Umsätze am Sekundärmarkt auf Quartalsbasis

Die regemäßig von den Bieterbanken gemeldeten Umsätze in Bundeswertpapieren liefern einen indikativen Einblick in die Struktur des Sekundärmarkts der Bundeswertpapiere.

Ein repräsentativer Teil der Mitglieder der Bietergruppe meldet auf freiwilliger Basis seine Handelsgeschäfte in Bundeswertpapieren (Bubills, Schätze, Bobls, Bunds, Grüne und inflationsindexierte Bundeswertpapiere) – kategorisiert nach gehandeltem Bundeswertpapiertyp, Region und nach Typ des Handelspartners.

Die Sekundärmarktberichterstattung wurde überarbeitet und bietet ab dem ersten Quartal 2026 folgende Verbesserungen:

  • quartalsweise statt halbjährliche Veröffentlichung
  • Analyse nach relevanteren Restlaufzeitsegmenten statt nach Ursprungslaufzeiten der klassischen Bundeswertpapiere
  • Aggregation von weniger aussagekräftigen Kategorien sowie von Kontrahentenkategorien mit ähnlichen Anlagezielen
  • Weiterentwicklung der Nettohandelsstatistik zur Halterstatistik führt dank einheitlicher Datenbasis zu Handels- und Halteranalyse aus einem Guss

Das Bruttohandelsvolumen ergibt sich aus der Addition der gemeldeten Verkaufs- und Kaufvolumen der Bieterbanken. 
Das Netto-Handelsvolumen ist der Saldo aus ihren Verkäufen minus ihren Käufen. Auf dieser Basis lassen sich Nettopositionen der Kontrahenten ableiten. So entspricht bspw. eine Nettoposition von -22 Mrd. Euro ggü. Zentralbanken einer um 22 Mrd. Euro höheren Summe von Käufen der Bieterbanken bei Zentralbanken als Verkäufen an diese.

Handelsvolumen im Jahresvergleich Q1 2026 vs. Q1 2025

Mrd. €Q1 2025Q1 2026
(Brutto-)Handelsvolumen1.8732.190
Netto-Handelsvolumen37108

2026 beginnt mit einem Rekord: Das erste Quartal ist mit einem Handelsvolumen von 2.190 Mrd. € das beste Quartal seit Statistikbeginn. Es übertrifft das erste Quartal 2025 um 317 Mrd. € bzw. 17 %. Die Belebung des Handels geht somit weit über den Effekt des angestiegenen Umlaufvolumens (+ 8 %) hinaus.

Quartalsumsätze der letzten 10 Jahre

Regionen Q1 2026

Handelsvolumen

 

BruttoHandel (Mrd. €)2025 Q12026 Q1
Amerika316339
Asien86107
Euroraum594739
übriges Europa860991
Sonstige1815

Handelsanteile zum 31.03.2026

Weitgehend unverändert bleibt der Zuschnitt bei den Umsätzen nach Regionen. Lediglich Arabische Staaten und Afrika sind unter „Sonstige“ zusammengefasst und in Summe weiterhin nahezu vernachlässigbar. Nach wie vor bedeutendste Handelsregion ist das übrige Europa, das im ersten Quartal 2026 fast ein Volumen von 1.000 Mrd. € umsetzt Eine neue Bestmarke erreicht der Euroraum mit einem Umsatz von 739 Mrd. €, plus 24 %. Weniger als halb so viel Volumen handeln amerikanische Kontrahenten – stark verknüpft mit den Aktivitäten der Hedgefonds. Im Quartalsvergleich legen die Umsätze mit Asien um ein Viertel auf 107 Mrd. €. am stärksten zu.

Quartalsumsätze der letzten 10 Jahre nach Regionen

Netto-Handelsvolumen Regionen Q1 2026

Parallel zu den Bruttoumsätzen markieren auch die Nettoumsätze im ersten Quartal 2026 mit 108 Mrd. € einen neuen Höchststand. Investoren aus Asien haben den größten Anteil an diesem Rekord: Die bereits im 2. Quartal 2025 mit Nettokäufen von 34 Mrd. € eingestellte Bestmarke, konnte im ersten Quartal 2026 noch einmal um 5 Mrd. € übertroffen werden. Seit dem vierten Quartal 2025 kaufen Investoren aus dem Euroraum per Saldo Bundeswertpapiere im Volumen von 34 Mrd. € und damit so viele wie seit Mitte 2024 nicht mehr. Die Nettonachfrage aus dem übrigen Europa bewegte sich in Q1 2026 auf durchschnittlichem Niveau: 25 Mrd. € bedeuten dennoch die drittniedrigsten Absätze seit dem ersten Quartal 2023. Nach vier Quartalen mit Nettoverkäufen in Summe von 9 Mrd. € kehren amerikanische Investoren in Q1 2026 mit einem positiven Saldo von 9 Mrd. € wieder auf die Käuferseite zurück.

Quartals-Nettoumsätze der letzten 10 Jahre nach Regionen

Investorentypen Q1 2026

Handelsvolumen

 

BruttoHandel (Mrd. €)2025 Q12026 Q1
Banken & Broker776908
Hedgefonds278418
Real Money530552
Zentralbanken & OI200228
Finanzagentur8984

Handelsanteile zum 31.03.2026

Banken & Broker, zuvor noch getrennt analysiert, werden nun wegen ihrer vordergründigen Funktion als Intermediäre gemeinsam betrachtet. Konsolidiert bilden sie mit einem Anteil am Handel von über 900 Mrd. € bzw. rund 40 % die mit Abstand bedeutendste Kontrahentengruppe. Ihre Umsätze legen zwischen den ersten Quartalen 2025 und 2026 um 17 % zu. Ein Handelsvolumen von mehr als 550 Mrd. € macht Real Money Investoren zu den zweitwichtigsten Akteuren. Die früher separat betrachteten Asset Manager, Versicherungen, Pensionsfonds und Sonstige verbindet ihre Funktion als Vermögensverwalter mit relativ langer Haltedauer. 
Die kurzfristig und eher spekulativ ausgerichteten Hedgefonds handeln im Vergleich zum Vorjahresquartal über 50 % mehr Bundeswertpapiere. Ihre seit einigen Jahren kontinuierlich wachsenden Umsätze machen inzwischen fast ein Fünftel des gesamten Handels aller Kontrahenten aus. Für sich genommen erreichen sie in Q1 2026 einen weiteren neuen Rekord.  Zentralbanken, die Bundeswertpapiere aus geldpolitischen Motiven kaufen, und offizielle Institutionen sorgen für ein Zehntel der Handelsumsätze und legen zuletzt um 14 % zu. Die erstmals ausgewiesenen Umsätze der Finanzagentur sind im Vergleich zu den anderen Kontrahentengruppen relativ gering.

Quartalsumsätze der letzten 10 Jahre nach Investorentypen

Netto-Handelsvolumen Investorentypen Q1 2026

Zentralbanken & offizielle Institutionen erwarben im Q1 2026 netto so viele Bundeswertpapiere wie seit dem Q2 2022 nicht mehr: 61 Mrd. €. Nur unwesentlich geringere Nettokäufe von 60 Mrd. € stellen für die Real Money-Investoren eine neue Bestmarke dar- mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem ersten Quartal 2025. Seit dem zweiten Quartal 2022 kaufen Banken & Broker durchweg Bundeswertpapiere im zweistelligen Milliardenvolumen. 25 Mrd. € waren es im Q1 2026 – auf Zehnjahressicht ein überdurchschnittlicher Wert. 
Mit Ausnahme des Q2 2025 sind Hedgefonds seit Ende 2024 Nettoverkäufer von Bundeswertpapieren auf niedrigem Niveau. Ihre Nettoverkäufe von 7 Mrd. € führen diesen Trend in Q1 2026 fort. Traditionell auf der Verkäuferseite agiert die Finanzagentur. Bedingt durch die spürbar gestiegenen Emissionsvolumen seit der Covid-Pandemie erfolgen auch ihre Abverkäufe aus den Eigenbeständen auf erhöhtem Niveau: in Q1 2026 verkauft sie im Sekundärmarkt per Saldo 30 Mrd. € an die Bieterbanken.

Quartals-Nettoumsätze der letzten 10 Jahre nach Investorentypen

Restlaufzeiten Q1 2026

Handelsvolumen

BruttoHandel (Mrd. €)2025 Q12026 Q1
11J+232312
6-11J632674
3-6J489550
1-3J262361
1J-217243
Green2841
ILB149

Handelsanteile zum 31.03.2026

Anders als in der Schuldenstatistik, in der entscheidend ist, in welchem Laufzeitsegment ein Bundeswertpapier emittiert wurde, steht am Markt für Investoren die restliche Laufzeit ab dem individuellen Handelstag im Vordergrund. In der Analyse nach Restlaufzeiten werden künftig ähnliche Fristen abgebildet wie bisher bei den Ursprungslaufzeiten: Geldmarkt mit bis zu einem Jahr, kurz-, mittel und langfristige sowie ultralange Anlagehorizonte mit mehr als 11 Jahren, Da Grüne und Inflationsindexierte Bundeswertpapiere zumeist andere Investoren ansprechen als konventionelle, werden diese weiterhin separat betrachtet. 10-jährige Bundesanleihen, die traditionell den Handel dominieren, fallen nun je nach Restlaufzeit in das Segment 6 bis 11 Jahre, dessen Handelsvolumen sie als neu begebene Benchmarks maßgeblich erhöhen. In den Folgejahren durchlaufen sie alle kürzeren Restlaufzeitsegmente. 

Die großen Veränderungen vollziehen sich zwischen den ersten Quartalen 2025 und 2026 bei den Grünen Bundeswertpapieren, deren Handelsvolumen um nahezu 50 % steigt. Ursache hierfür dürfte insbesondere das Syndikat der ersten 15-jährigen Grünen Bundesanleihe Anfang März sein. Dieser umsatzsteigernde Effekt von Syndikaten zeigt sich auch in früheren Quartalen. Anders als bei Auktionen kommt punktuell deutlich mehr neues Volumen an den Markt und zugleich erfährt die Emission durch die Absatzunterstützung der Syndikatsbanken mehr Aufmerksamkeit von Investoren. Darüber hinaus soll das grüne Emissionsvolumen 2026 um ein Fünftel höher ausfallen als im Vorjahr.
Deutliche Zuwächse im Handel um mehr als 30 % verzeichnen auch das Segment mit den höchsten Restlaufzeiten von über 11 Jahren, in dem im ersten Quartal ebenfalls ein Syndikat stattfand, sowie das „kurze Ende“ zwischen einem und drei Jahren. Um mehr als ein Drittel Rückläufig zeigt sich einzig der Handel im inflationsindexierten Segment.

Quartalsumsätze der letzten 10 Jahre nach Restlaufzeiten

Netto-Handelsvolumen Restlaufzeiten Q1 2026

Einhergehend mit den regelmäßig höchsten Emissionsvolumen im Geldmarkt werden im Segment bis zu einem Jahr (1J-) per Saldo regelmäßig auch die meisten Bundeswertpapiere verkauft: 29 Mrd. €. Um eine Milliarde übertroffen werden diese Nettoverkäufe im ersten Quartal 2026 jedoch vom Restlaufzeitband 6 bis 11 Jahre, dem im historischen Mittel zweitstärksten Segment, in dem sich mit den neuen zehnjährigen Bundesanleihen zugleich auch die handelsstärkste Benchmark befindet. 30 Mrd. € in einem Quartal wurden hier bisher allerdings noch nie zuvor erreicht und sind gegenüber dem eher schwachen Vorjahresquartal sogar eine Verdreifachung. Eine weitere Bestmarke erreichen die Nettoverkäufe in den Restlaufzeiten 3 bis 6 Jahre.: Während sich das erste Quartal 2025 die Käufe und Verkäufe der Bieterbanken an andere Investoren noch fast die Waage hielten, kauften Investoren per Saldo 25 Mrd. €. im Q1 2026. Ein ähnliches Bild ergibt sich für das Segment 1 bis 3 Jahre Restlaufzeit, in dem die Nettoverkäufe auf Jahresfrist von nahezu Null auf Nettokäufe von 18 Mrd. € zulegten – immerhin das fünftbeste Ergebnis der letzten 10 Jahre. Dagegen erscheinen die Nettoabsätze von 6 Mrd. € in Bundeswertpapieren mit mehr als 11 Jahren Laufzeit vergleichsweise gering. Sie liegen tatsächlich nur 1 Mrd. über dem zehnjährigen Mittel, zugleich sind es die niedrigsten der beiden letzten absatzstarken Jahre. 

Abseits der unspektakulären Grünen fallen die Inflationsindexierten Bundeswertpapiere ins Auge - mit den höchsten Nettoverkäufen der letzten 10 Jahre durch Investoren an die Bietergruppe.

Quartals-Nettoumsätze der letzten 10 Jahre nach Restlaufzeiten


Die hier veröffentlichten Handelsdaten sind vorläufig. Datenrevisionen der Bieterbanken können zu Änderungen der Klassifizierungen (insbesondere bzgl. Institutionen) und damit auch zu Verschiebungen im Vergleich zu vorherigen Veröffentlichungen führen.