Bundeswertpapiere sind Inhaberschuldverschreibungen, die täglich gehandelt werden und daher jederzeit den Besitzer wechseln können. Welche Person oder Institution sie hält, wird nicht registriert. Die Gläubigerstruktur des Bundes lässt sich jedoch anhand verschiedener Informationsquellen schätzen. Dazu zählen öffentliche Daten, wie bspw. die hier bisher veröffentlichte offizielle Statistik der aggregierten Halterdaten der Securities Holdings Statistics (SHS) der EZB, Geschäftsberichte größerer Investoren oder Berichterstattung in den Medien. Die Finanzagentur nutzt diese offiziellen Quellen sowie eigene Gespräche mit Investoren zur Plausibilisierung.

Die hier ab 2026 veröffentlichte Gläubigerstatistik basiert jedoch auf den Handelsdaten der Mitglieder der Bietergruppe Bundesemissionen. Anhand deren Käufen und Verkäufen an Endinvestoren ist es mit Kenntnis der Fälligkeit der gehandelten Bundeswertpapiere möglich, die Bestände nach Investorengruppen und Regionen zu schätzen.

Gläubigerstruktur nach Regionen

Anteile 31.03.2025

Anteile 31.03.2026

Übriges Europa = Europa außerhalb des Euroraums, Sonstige = Afrika & arabische Staaten

Entwicklung der Bestände über die letzten 10 Jahre

Die Region mit den höchsten Beständen an Bundeswertpapieren ist der Euroraum - stark beeinflusst von den langsam abschmelzenden hohen Beständen der EZB, die auch zum sehr hohen Anteil der Zentralbanken beitragen. Enthalten sind in den insgesamt 1.162 Mrd. Euro bzw. 57 Prozent aller Bundeswertpapiere zudem auch der Anteil von 10 Prozent der Finanzagentur. Fast 450 Mrd. Euro an Bundeswertpapieren gehören europäischen Investoren außerhalb des Euroraums, insbesondere aus Großbritannien, der Schweiz, aber u.a. auch Dänemark. Asiatische Investoren besitzen die dritthöchsten Bestände – fast 380 Mrd. Euro, die seit dem 1. Quartal 2025 um mehr als ein Viertel anwachsen.

Diesen größten Zuwächsen aller Regionen in Asien stehen mit fast -40 Prozent die größten Bestandsrückgänge in Amerika gegenüber. Analog der Hedgefonds spielt Amerika bei den Haltern der Bundeswertpapiere nur eine marginale Rolle. Lediglich Afrika und Arabische Staaten („Sonstige“) vereinigen zusammen noch weniger Bundeswertpapiere auf sich.

Gläubigerstruktur nach Investorentypen

Anteile 31.03.2025

Anteile 31.03.2026

Real Money = Asset Manager, Versicherungen, Pensionsfonds und Sonstige (insb. Privatanleger und nicht-finanzielle Unternehmen)

Entwicklung der Bestände über die letzten 10 Jahre

Die größten Gläubiger des Bundes sind Zentralbanken und öffentliche Institutionen (OI), also bspw. auch Staatsfonds. Rund die Hälfte der Bundeswertpapiere liegt schätzungsweise in ihren Depots. Ende des ersten Quartals 2026 sind das rund 1.030 Mrd. Euro, 8 Prozent mehr als noch im ersten Quartal 2025. Mit weitem Abstand folgen Real Money Investoren, die rund ein Fünftel der Bundeswertpapiere halten: 427 Mrd. Euro. Unter allen Gläubigern legen ihre Bestände mit 17 Prozent am stärksten zu. Hedgefonds hingegen reduzieren ihre Bestände um 7 Prozent auf 25 Mrd. Euro. Ihre Bedeutung als Halter von Bundeswertpapieren bleibt weit hinter ihrer wichtigen Rolle im Handel zurück. Weniger groß ist dieser Bedeutungsunterschied für den drittgrößten Halter von Bundeswertpapieren: die Banken & Broker mit 338 Mrd. Euro. 

Rund 10 Prozent des Volumens aller Bundeswertpapiere verwahrt die Finanzagentur im Depot des Bundes selbst - im so genannten Eigenbestand.  Mit Bundeswertpapieren aus dem Eigenbestand wird jeden Tag die Liquidität am Sekundärmarkt sowie am Repomarkt gefördert. Papiere, die im Handel knapp sind, können in den Markt gegeben werden. Zum Aufbau und Erhalt des Eigenbestands wird bei jeder Emissionen ein Anteil einbehalten, die sogenannte Marktpflegequote.