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Der Begriff "Liquidität" stammt vom lateinischen Wort "liquidus". Das bedeutet auf Deutsch so viel wie "flüssig". In der Betriebswirtschaftslehre gibt es gleich mehrere Definitionen für Liquidität:

Unternehmensanalyse: Hier beschreibt Liquidität die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachzukommen. Ein Unternehmen, das diese Fähigkeit nicht besitzt, ist illiquide („nicht flüssig“). Illiquidität führt normalerweise zum Konkurs, wenn über Monate hinweg keine Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter gezahlt und Kredite nicht mehr bedient werden können.

Börsenjargon:

Liquider Markt
Man spricht an der Börse von einem "liquiden Markt", wenn Investoren jederzeit auch große Mengen an Wertpapieren (Aktien, Anleihen) kaufen und verkaufen können, ohne dabei die aktuellen Marktkurse spürbar zu beeinflussen. In Krisenzeiten ist der Markt ggf. illiquide: Niemand ist aufgrund bestehender Unsicherheiten bereit, Wertpapiere zum zuletzt festgestellten Marktpreis zu kaufen oder zu verkaufen. Ein Geschäft kommt in einem illiquiden Markt im Regelfall nur dann zustande, wenn der Kurs vom Verkäufer kräftig nach unten korrigiert wird (= der Verkäufer gewährt im Falle eines massiven Angebotsüberhangs einen deutlichen Preisabschlag) oder der Käufer dem Verkäufer im Falle eines Nachfrageüberhangs einen großen Preisaufschlag bietet.

Liquides Wertpapier
Ein Wertpapier wird im Jargon der Börsenhändler als liquide bezeichnet, wenn es jederzeit auch in großen Mengen von institutionellen und privaten Investoren ohne spürbare Preisauf- oder -abschläge ge- und verkauft werden kann. Eine hohe Liquidität ist typisch für Wertpapiere, die in großen Volumina emittiert wurden, etwa Bundesanleihen oder die Aktien von Weltkonzernen.

Wertpapierportfolios / Vermögensbestände / Finanzplanung
Als Liquidität wird im Zusammenhang mit Wertpapierportfolios bzw. Vermögensbeständen und damit im Kontext der Finanzplanung jener Teil des Portfolios / Vermögens bezeichnet, der relativ schnell und ohne Preisabschlag / Kursrisiko in Bargeld bzw. Guthaben auf einem Girokonto umgewandelt werden kann. In einem Vermögensbestand fallen hierunter Geldmarktfondsanteile und darüber hinaus Tagesgeld- sowie sonstige verzinste Sparkonten, die täglich verfügbar sind. Im Fall von Investmentfonds bezeichnet die Liquidität analog dieser Definition jenen Teil des Fondsvermögens, der flüssig und damit täglich ohne Kursrisiken verfügbar ist. Ein Fondsmanager hält neben Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen "flüssige" Mittel vor, um die Rücknahme von Fondsanteilen jederzeit gewährleisten zu können.