Aktivitäten

Marktpflegequote

Im Rahmen einer Auktion hält die Finanzagentur regelmäßig einen Teil des jeweiligen Tendervolumens als Marktpflegequote zurück. Dieser einbehaltene Bestand wird in der Zeit nach der Auktion zu einem Großteil in den Sekundärmarkt abgegeben. Mit den einbehaltenen Papieren können bspw. Wertpapier-Pensionsgeschäfte („Repos“) oder Zins-Swap-Geschäfte besichert werden oder sie dienen der Wertpapierleihe. Die Höhe der Marktpflegequote fällt von Tender zu Tender unterschiedlich aus, liegt seit 2005 im Schnitt jedoch bei unter 20 % des Emissionsvolumens (inklusive Geldmarktpapiere und inflationsindexierte Bundestitel): 

Marktpflegequote201620152014201320122011201020092008200720062005

(kumuliert, in %)

21,518,416,016,718,915,415,421,422,714,219,815,2

Gesetzliche Grundlage

Das in Auktionen einbehaltene Marktpflegevolumen macht bei den einzelnen Auktionen meist weniger als 20 % des Emissionsvolumens aus. Gesetzlich ist die Gesamthöhe des Eigenbestands auf 10 % der umlaufenden Papiere begrenzt.

Die Höhe der Eigenbestände auf Jahresbasis regelt § 2 Abs. 5 des jeweiligen Haushaltsgesetzes für Kreditermächtigungen: Bis zu einer Höhe von jährlich maximal 10 % des Betrages der umlaufenden Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und Unverzinslichen Schatzanweisungen dürfen derzeit Eigenbestände aufgebaut werden.

Aktivitäten am Sekundärmarkt

Als Market Maker für Bundeswertpapiere betreibt die Deutsche Bundesbank seit Jahrzehnten Marktpflege an den deutschen Wertpapierbörsen. Die Finanzagentur unterstützt sie sowie andere Market Maker auf elektronischen Handelsplattformen und im OTC (over the counter) Handel mit Bundeswertpapieren aus den Beständen der Marktpflegequote. Darüber hinaus besteht ausnahmsweise auch für die Finanzagentur selbst die Möglichkeit im Kassa-Handel Eigenbestände des Bundes zu verkaufen oder Kaufoperationen im Rahmen der Liquiditätsplanung des Bundes durchzuführen. Durch die Sekundärmarktaktivitäten wird den Mitgliedern der Bietergruppe bei Bedarf die Möglichkeit gegeben, auch nach der Emission direkt mit dem Emittenten als Handelspartner Transaktionen in Bundeswertpapieren abzuschließen. Ergänzt werden die Kassageschäfte durch Repo-Geschäfte sowie die Wertpapierleihe. Sekundärmarktaktivitäten führt die Finanzagentur generell marktschonend und zu marktgerechten Preisen durch, um keine Trends auszulösen oder zu verstärken.

Ziel der Sekundärmarktaktivitäten

Die Marktpflegequote dient der zeitlichen Diversifizierung der Finanzierungsaktivitäten und kann für die Besicherung von Zins-Swap- oder Repo-Geschäften sowie für die Wertpapierleihe und die Unterstützung der Market Maker genutzt werden.

Einerseits unterstützt die Finanzagentur mit ihren Aktivitäten den reibungslosen Handel mit Bundeswertpapieren - andererseits gewinnt sie durch Teilnahme am Handel täglich direkte Einsicht in die aktuelle Nachfrage- und Angebotssituation am Markt.

Die Kombination der Kassa-Geschäfte mit dem Repo-Handel hat dabei einen besonders hohen Informationsgehalt, der auch mit in die Strukturierung des Emissionskalenders und die Zuteilungsentscheidungen einfließen kann. Darüber hinaus bietet der zeitlich flexible Verkauf der Marktpflegequote im Sekundärmarkt dem Bund die Möglichkeit, seine Finanzierungsaktivitäten zeitlich besser zu diversifizieren, wodurch ein Beitrag zur Senkung der Finanzierungskosten für den Bund geleistet wird. Insgesamt trägt die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl internationaler Geschäftsbanken in Verbindung mit der Nutzung des eigenen Bestandes an Bundeswertpapieren indirekt zu einer marktgerechten Preisfindung und erfolgreichen Primärmarktplatzierungen bei.