Sekundärmarkt

Der Markt für Bundeswertpapiere zählt zu den größten und liquidesten Märkten für Staatsanleihen in der Welt. Im Jahr 2008 wurde ein Volumen von über 6 Billionen € gehandelt[1]. Das in diesem Zeitraum durchschnittlich ausstehende Nominalvolumen (inkl. Eigenbestände des Bundes) in Höhe von rund 936 Mrd. € wurde damit über sechs Mal umgesetzt. Insgesamt wurden von Mitgliedern der Bietergruppe im betrachteten Zeitraum Bundeswertpapiere in einem Nominalwert von über 117 Mrd. €¹ verkauft.

Die an den deutschen Wertpapierbörsen, auf zahlreichen internationalen elektronischen Handelsplattformen und auch im ausserbörslichen Handel (OTC) umgesetzten zehn- und dreißigjährigen Anleihen, fünfjährigen Bundesobligationen und zweijährigen Bundesschatzanweisungen werden von morgens bis in den frühen Abend hinein von Market Makern auf freiwilliger Basis mit den engsten Spannen des Euro-Staatsanleihenmarktes zwischen An- und Verkaufspreisen quotiert. Die Freiwilligkeit garantiert, dass keine künstliche Liquidität geschaffen wird, die bei Investoren falsche Vorstellungen über die Tiefe des Marktes erwecken könnte. Zudem unterstützt die Finanzagentur des Bundes die Market Maker mit ihrer Präsenz im Sekundärmarkt, um in dem einen oder anderen Fall auszuhelfen, wenn die Liquidität eines Papiers ausnahmsweise doch etwas strapaziert sein sollte. Für diese Zwecke hält sie gewisse Teile des in der Auktion für eine neue Emission oder für eine Aufstockung ausgeschriebenen Betrages auf den eigenen Büchern zurück.

Neben der jederzeitigen Handelbarkeit der Bundespapiere ist natürlich von gleichrangiger Bedeutung, dass diese Geschäfte auf einer marktgerechten Preisbasis durchgeführt werden können. Auch in dieser Hinsicht gibt es am europäischen Kapitalmarkt keine anderen festverzinslichen Wertpapiere, deren Preisqualität mit der der Bundestitel vergleichbar wäre. Das ist vor allem auf die an der deutsch-schweizerischen Terminbörse „Eurex“ gehandelten Terminkontrakte zurückzuführen, deren Preise sich auf Papiere des Bundes beziehen und für deren Belieferung ausschließlich  deutsche Staatstitel akzeptiert werden. Als Basiswerte der Kontrakte dienen 2‑, 5‑, 10‑ und 30‑jährige Bundeswertpapiere. Umsatzschwerpunkt ist der Kontrakt für zehnjährige Bundesanleihen, auf die auch im internationalen Sekundärmarkt den Löwenanteil entfällt.

Ein ausstehendes Volumen von über 950 Mrd. € ist derzeit handelbar.

 


[1] Die hier angeführten Auswertungen basieren auf den Sekundärmarktdatenerhebungen der BRD - Finanzagentur GmbH über die Bietergruppe Bundesemissionen. Aufgezeigt sind daraus Handelsvolumina und Nettopositionen (ohne Primärmarktplatzierungen inklusive elektronische Handelsplattformen) in  den neuen Finanzierungsinstrumenten und den klassischen Bundeswertpapieren (Bubills, Schätze, Bobls, Bunds) ohne Umsätze in den Instrumenten Kapital- oder Kupon-Strips. Ebenfalls ausgenommen sind die als Corporates, Retail und Other klassifizierten Institutionen sowie Handelsgeschäfte der Finanzagentur.