Sekundärmarkt

An den europäischen Wertpapierbörsen, auf zahlreichen elektronischen Handelsplattformen und auch im außerbörslichen Handel (OTC, over the counter) werden nominalverzinsliche wie auch inflationsindexierte Bundesanleihen und Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen sowie die nicht börsennotierten unverzinslichen Schatzanweisungen gehandelt.

Neben den börsengehandelten Bundeswertpapieren existiert auch ein liquider Sekundärmarkt für die Geldmarktpapiere. Die Umschlagshäufigkeit von mehr als dem Fünffachen des Volumens der handelbaren Papiere im langjährigen Mittel ist ein entscheidender Faktor für den Benchmarkstatus deutscher Staatsanleihen.

Von 8 Uhr morgens bis in den frühen Abend hinein stellen Market Maker auf freiwilliger Basis An- und Verkaufspreise mit den engsten Spannen des Euro-Staatsanleihenmarktes. Diese Freiwilligkeit garantiert, dass keine künstliche Liquidität geschaffen wird, die bei Investoren falsche Vorstellungen über die Markttiefe erwecken könnte.

Der Markt für Bundeswertpapiere zählt dabei zu den weltweit größten und liquidesten Märkten für Staatsanleihen. Im Jahr 2016 wurde allein von einem repräsentativen Teil der Mitglieder der Bietergruppe ein Volumen von rund 4,3 Billionen € gehandelt. Das in diesem Zeitraum durchschnittlich ausstehende Nominalvolumen (exkl. Eigenbestände des Bundes) von knapp 1,1 Billionen € wurde damit fast viermal umgesetzt. Pro Handelstag entspricht das einem Umsatz von mehr als 17 Mrd. €.

Jahr2016201520142013201220112010200920082007
Handelsvolumen (Mrd. €)4.2944.7154.8695.8325.5016.1845.8634.7626.1436.554

In diesen Sekundärmarktdatenerhebungen über die Bietergruppe werden die Handelsvolumina (Käufe plus Verkäufe, ohne Primärmarktplatzierungen, inklusive Umsätze auf elektronischen Handelsplattformen) in  den Finanzierungsinstrumenten Bubills, Schätze, Bobls, Bunds und inflationsindexierte Bundeswertpapiere erfasst. Kapital- oder Kupon-Strips sowie US-Dollar Bonds sind ausgenommen.

Liquiditätsfaktor Terminmarkt

Neben der permanenten Handelbarkeit der Bundeswertpapiere ist die Ausführung der Kauf- und Verkaufsaufträge zu marktgerechten und fairen Preisen von gleichrangiger Bedeutung. Auch in dieser Hinsicht gibt es am europäischen Kapitalmarkt keine anderen festverzinslichen Wertpapiere, deren Preisqualität mit der der Bundestitel vergleichbar wäre.

Insbesondere dank der auf der Eurex gehandelten Future-Kontrakte auf Bundeswertpapiere gestaltet sich der Handel in Bundeswertpapieren sehr liquide. Der Großteil des Umsatzes konzentriert sich auf die 10-jährige Bundesanleihe, die dem Bund-Future zugrunde liegt.

Diese hohe Liquidität ist vor allem auf die an der Deutschen Terminbörse Eurex gehandelten Terminkontrakte zurückzuführen, die sich auf Papiere des Bundes beziehen und für deren Belieferung ausschließlich Bundeswertpapiere akzeptiert werden. Als Basiswerte der Terminkontrakte dienen die 2-, 5-, 10- und 30-jährigen Bundeswertpapiere.

Der Umsatzschwerpunkt an der Terminbörse liegt mit mehr als 186 Millionen gehandelten Kontrakten und einem Handelsvolumen im Marktwert von über 30 Billionen € 2016 eindeutig im Bund-Future. Lieferverpflichtungen aus diesem Kontrakt werden mit der 10-jährigen Bundesanleihe beliefert, die dementsprechend seit Jahren den Löwenanteil des Umsatzes mit Bundeswertpapieren auf sich vereint.

Umlaufende handelbare Bundeswertpapiere

Einzelaufstellung aller umlaufenden Bundeswertpapiere zum Monatsultimo (PDF)
Einzelaufstellung aller umlaufenden Bundeswertpapiere zum Monatsultimo (XLS)Umlaufende Bundeswertpapiere per letzter Auktion (PDF)