Bundesschatzanweisungen

Bundesschatzanweisungen sind Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland. Inhaber erhalten pro Jahr feste Zinszahlungen (Kupons) sowie die Rückzahlung zum vollen Nennwert am Laufzeitende. Bundesschatzanweisungen weisen unter den börsennotierten Bundeswertpapieren die kürzesten Laufzeiten auf.

Steckbrief

Anleihetyp: nominalverzinste Anleihe

Laufzeit: 2 Jahre

Ertrag: fixe jährliche Zinszahlung

Rückzahlung: zum Nennwert

Kursrisiko: gering

Liquiditätsrisiko: sehr gering

Emittentenrisiko: sehr gering

Wie kann ich mit Bundesschatzanweisungen Geld verdienen?

Aufgrund ihrer vergleichsweise kurzen Laufzeit von zwei Jahren können Bundesschatzanweisungen gezielt für kurzfristige Anlageziele eingesetzt werden. So kann bspw. das Geld für baldige Anschaffungen zinsbringend angelegt werden oder ein Vermögen durch immer neue Wiederanlagen in Bundesschatzanweisungen relativ kurzfristig verfügbar gehalten werden. Dank ihrer gleichbleibenden jährlichen Zinszahlungen und der garantierten Rückzahlung zum vollen Nennwert am Laufzeitende lassen sich die erzielbaren Erträge schon zum Zeitpunkt der Geldanlage exakt kalkulieren.

Da Bundesschatzanweisungen an der Börse gehandelt werden, können Anleger sie dort an jedem Handelstag kaufen und verkaufen. In diesem Fall gilt es jedoch die Kursbewegungen während der Laufzeit zu beachten. Zwar werden  Bundesschatzanweisungen immer zu einem Kurs nahe 100 % ausgegeben und bei Fälligkeit wieder zu 100 % zurückgezahlt, doch sorgen Marktzinsänderungen in der Regel dafür, dass ihr Börsenkurs während der Laufzeit täglich ein wenig schwankt. Beim Kauf nach Emission können sie also entweder zu Kursen von unter 100 % (führt beim Halten bis zur Fälligkeit zu Kursgewinnen) oder über 100 % (führt beim Halten bis zur Fälligkeit zu Kursverlusten) gekauft werden. Kursschwankungen nach dem Kauf sind lediglich dann relevant, wenn die Bundesschatzanweisungen vor Fälligkeit verkauft werden. Dabei gilt folgende Regel:

Steigt der Marktzins, fällt der Kurs – sinkt der Marktzins, steigt der Kurs.

Entwicklung Zins am RentenmarktKursentwicklung BundesschatzanweisungErläuterung
  Bei steigenden Rentenmarktzinsen sinken die Kurse.
  Bei konstanten Rentenmarktzinsen bleiben die Kurse unverändert.
  Bei sinkenden Rentenmarktzinsen steigen die Kurse.

Anleger, die die künftige Zinsentwicklung am Rentenmarkt richtig einschätzen, können mit Bundesschatzanweisungen daher neben regelmäßigen Zinserträgen auch Kursgewinne (oder Kursverluste) erzielen. Diese fallen je nach Restlaufzeit und Höhe des Kupons unterschiedlich aus:
Je länger die Restlaufzeit und je niedriger der Kupon von Bundesschatzanweisungen, desto stärker fällt ihre Kursreaktion auf Änderungen des Zinsniveaus am Rentenmarkt aus.
Bundesschatzanweisungen sind aufgrund ihrer verhältnismäßig kurzen Laufzeit die schwankungsärmsten börsennotierten Bundeswertpapiere.

Welche Risiken gehe ich ein?

Bundesschatzanweisungen können für kurzfristige Anlagezwecke eingesetzt werden. Sie bieten exakt kalkulierbare regelmäßige Erträge, sofern sie bis zu ihrer Fälligkeit gehalten werden.

Emittentenrisiko
Für die Rückzahlung der Bundesschatzanweisungen haftet die Bundesrepublik Deutschland mit ihren Vermögenswerten und Steuereinnahmen. Ihre Fähigkeit, den Zahlungsverpflichtungen aus Bundesschatzanweisungen nachzukommen, bestimmt das Emittentenrisiko. Dieses Risiko ist für Bundesschatzanweisungen äußerst gering. Wie alle Bundeswertpapiere sind auch Bundesschatzanweisungen mündelsicher.

Kursrisiko
Die Kurse von Bundesschatzanweisungen entwickeln sich gegenläufig zu den Zinsen am Rentenmarkt. Im Falle eines Zinsanstiegs können Anleger bei Verkauf der Bundesschatzanweisungen vor dem Laufzeitende Kapitalverluste erleiden. Ihr Kursrisiko ist geringer als das der Bundesobligationen und Bundesanleihen (gering). Es kann jedoch durch das Halten bis zur Fälligkeit komplett ausgeschlossen werden.

Liquiditätsrisiko
Das Risiko, Bundesschatzanweisungen vor Fälligkeit nicht jederzeit veräußern zu können, ist äußerst gering, da Bundesschatzanweisungen zu den meistgehandelten Staatsanleihen des Euroraums zählen und von der Finanzagentur sowie der Bundesbank Marktpflege betrieben wird.

Wie kann ich Bundesschatzanweisungen kaufen und verkaufen?

Bundesschatzanweisungen können über Kreditinstitute an jedem Börsentag ge- oder verkauft werden. Ihre Emissionstermine stehen schon bis zu einem Jahr im Voraus fest.

Bundesschatzanweisungen werden zu vorab veröffentlichten fixen Terminen begeben. Diese Begebungstermine, aber auch die Emissionsvolumina werden in Form eines Emissionskalenders  bereits zum Ende des Vorjahres für das komplette folgende Kalenderjahr publiziert. Die Kupons der einzelnen Bundesschatzanweisungen werden wenige Tage vor der jeweiligen Begebung entsprechend dem Zinsniveau am Rentenmarkt festgelegt.

Emissionsdaten Bundesschatzanweisungen 2017

  • Neuemissionen: 4
  • Fälligkeiten und Zinstermine: 15. März, 14. Juni, 13. September, 13. Dezember

Banken und Sparkassen
Bundesschatzanweisungen können börsentäglich über nahezu jedes Kreditinstitut gekauft und dort in einem Wertpapierdepot verwahrt und bei Bedarf auch wieder verkauft werden. Es gibt grundsätzlich weder Mindestanlagesumme noch einen Anlagehöchstbetrag. Kreditinstitute verlangen für den Kauf, Verkauf sowie die Verwahrung in der Regel Gebühren.

Anleihe Fälligkeit Kupon Umlaufend letzte Auktion ISIN
2016 IV Schatz 14.12.2018 0,00 % 13.000 Mio. € 17.01.2017 DE0001104669
2016 III Schatz 14.09.2018 0,00 % 13.000 Mio. € 28.09.2016 DE0001104651
2016 II Schatz 15.06.2018 0,00 % 14.000 Mio. € 06.07.2016 DE0001104644
2016 Schatz 16.03.2018 0,00 % 13.000 Mio. € 06.04.2016 DE0001104636
2015 IV Schatz 15.12.2017 0,00 % 13.000 Mio. € 06.01.2016 DE0001104628
2015 III Schatz 15.09.2017 0,00 % 13.000 Mio. € 21.10.2015 DE0001104610
2015 II Schatz 16.06.2017 0,00 % 13.000 Mio. € 08.07.2015 DE0001104602
2015 Schatz 10.03.2017 0,00 % 14.000 Mio. € 08.04.2015 DE0001137495

Die Emissionsbedingungen für Bundesschatzanweisungen sind in den Wertpapierstammdaten nach einem Klick auf die jeweilige ISIN abrufbar.