Glossar

Gesamtes Glossar

Abzinsungspapier (Diskontpapier)

Festverzinsliches Wertpapier ohne fortlaufende Zinszahlung. Der Erwerbspreis ergibt sich durch Abzinsung des zurück zu zahlenden Nennwerts auf den Kaufzeitpunkt (Erwerbspreis = Nennwert ./. Zinsen). Die Verzinsung entspricht somit der Differenz zwischen dem vollen Nennwert, zu dem die Rückzahlung erfolgt, und dem gewöhnlich niedrigeren Erwerbspreis. Unverzinsliche Schatzanweisungen sind typische Abzinsungspapiere.

Anleihe (Schuldverschreibung, Bond, Rentenpapier)

Als Anleihe wird ein Wertpapier oder Wertrecht bezeichnet, das ein Recht auf Zinszahlungen (laufend oder einmalig) verkörpert und die Rückzahlung eines bestimmten Betrags garantiert. Anleihen werden nach Emittenten (z.B. Industrieobligationen oder öffentliche Anleihen; Emittent), Verzinsung (fest oder variabel; Zins), Laufzeiten (kurz-, mittel- oder langfristig), Rückzahlungsmodus (endfällige Anleihen, in Raten getilgte Anleihen), Sitz des Ausstellers (Inland oder Ausland) und Währung (heimische oder Fremdwährung) unterschieden.

Anleihebedingungen (Emissionsbedingungen)

Schriftstück, in dem die Ausstattungsmerkmale einer Anleihe niedergeschrieben sind. Insbesondere finden sich dort Angaben zur Art und Höhe des Zinssatzes, Tilgung, Länge der Laufzeit, Höhe des ausstehenden Gesamtbetrags sowie zur Stückelung.

Anleiheurkunde

Schriftstück, das den schuldrechtlichen Anspruch des Anleihegläubigers auf Zinsen und Rückzahlung bei Fälligkeit verbrieft. Sie besteht aus Mantel und Bogen. Der Mantel verbrieft die eigentliche Forderung, der Bogen, bestehend aus mehreren Kupons, die Zinsansprüche.

Auktion

Die Auktion ist ein Verfahren zur Begebung von Wertpapieren. Ähnlich einer Versteigerung geben dabei die potenziellen Käufer Gebote für das zu emittierende Wertpapier ab. Je nach Auktionsverfahren lauten die Gebote über Preis und Menge (Zinstender) oder nur über die Menge (Mengentender). Beim Mengentender wird der Verkaufspreis vorher festgelegt. Beim Zinstender kann die Zuteilung zu einem Einheitspreis (single-price-auction / holländisches Verfahren) oder zu den jeweils gebotenen Preisen erfolgen (multiprice-auction / amerikanisches Verfahren). Bundeswertpapiere werden in Form einer multi-price-auction begeben. Dabei sind auch unlimitierte Gebote zulässig. Nach Gebotsende legt der Emittent den niedrigsten akzeptierten Kurs fest. Gebote über diesem Kurs werden voll zugeteilt, unlimitierte Gebote und Gebote zum niedrigsten akzeptierten Kurs können auch nur in Teilbeträgen zugeteilt werden (Repartierung).

Ausgabe (Emission; Begebung)

Verkauft ein Emittent Wertpapiere erstmalig an Investoren, wird das als (Wertpapier-) Ausgabe, Begebung oder Emission bezeichnet.

Auslosung

Form der Tilgung von Schuldverschreibungen während der Laufzeit gemäß den Anleihebedingungen. An festgelegten Terminen werden anhand der Stückenummern (Stückelung) Papiere wie bei einer Lotterie ausgelost und zurückgezahlt.

Bedienung

Bedienung: Termingerechte Zahlung fälliger Zins- und Tilgungsleistungen.

Begebung (Ausgabe; Emission)

Die Begebung eines Wertpapiers wird auch als Ausgabe oder Emission bezeichnet.

Benchmark

Der Ausdruck “Benchmark“ ist dem Jargon amerikanischer Landvermesser entlehnt, wo er für Höhenmarke, Lattenpunkt oder Nivellierungszeichen steht. Im Grunde ist eine Benchmark nichts weiter als eine bestimmte Höhe über dem Meeresspiegel, die als Ausgangspunkt zur Festlegung aller anderen Höhen dient und daher auf Messlatten besonders markiert ist. An den Finanzmärkten wird der Begriff Benchmark häufig für Anleiheemissionen (Benchmark-Anleihe) oder Indizes (Benchmark-Index) herangezogen, die dem Markt als Orientierung dienen.

Benchmark-Anleihe

Eine Anleihe gilt als Benchmark, wenn sie aufgrund ihres Emissionsvolumens, ihrer Konditionen, ihrer Liquidität und der Bonität ihres Emittenten am Rentenmarkt als Vergleichsmaßstab für andere Anleihen herangezogen wird. Beispiel: Die Rendite der zuletzt begebenen zehnjährigen Bundesanleihe dient als Ausgangspunkt zur Renditebestimmung sämtlicher zehnjährigen Zinsanlagen im Euro-Raum.

Benchmark-Index

Um die Wertentwicklung eines Anlageportfolios innerhalb einer bestimmten Wertpapierklasse (z.B. Festverzinsliche Wertpapiere) besser beurteilen zu können, wird als Referenzgröße häufig ein Index wie zum Beispiel der REX-P herangezogen.

Bietergruppe Bundesemissionen

Festgelegte Gruppe von Kreditinstituten, Wertpapierhandelsunternehmen und Wertpapierhandelsbanken, die sich an dem Auktionsverfahren für Bundeswertpapiere im Rahmen der Emission beteiligen dürfen.

Bobl

Bezeichnung für Bundesobligation, welche im Tagesgeschäft häufig von Rentenhändlern verwendet wird.

Bonität

Synonym für die Kreditwürdigkeit eines Schuldners. Rating-Agenturen wie Fitch, Moody’s oder Standard & Poor’s bewerten die Fähigkeit eines Schuldners (Unternehmen oder Staat), den Zins- und Tilgungsleistungen fristgerecht und vollständig nachzukommen.

Börsennotierung

Der Bund verpflichtet sich zur Börseneinführung in den Emissionsbedingungen von Bundesanleihen, Bundesobligationen und Bundesschatzanweisungen.

Nach Abschluss des Tenderverfahrens werden diese Bundeswertpapiere durch die Bundesbank an allen 7 deutschen Wertpapierbörsen (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München, Stuttgart) zum Handel eingeführt und gelten damit nach § 37 BörsG als ohne weiteres zugelassen. Gleichzeitig mit der Börseneinführung beantragt die Bundesbank für alle Bundeswertpapiere die fortlaufende Notierung.

Bubill

Bezeichnung für Unverzinsliche Schatzanweisung des Bundes, welche im Tagesgeschäft häufig von Rentenhändlern verwendet wird.

Bund

Bezeichnung für Bundesanleihe, welche im Tagesgeschäft häufig von Rentenhändlern verwendet wird.

Bund-Länder-Anleihe

Die Bund-Länder-Anleihe ist eine gemeinsam von Bund und Ländern begebene Anleihe. Die Emittenten haften dabei teilschuldnerisch für ihren jeweiligen Anteil. An der Emission im Juni 2013 haben sich der Bund mit 13,5 % und zehn Länder mit jeweils unterschiedlichen Volumina beteiligt.

Bundesanleihe

Bundesanleihen, auch Bunds genannt, sind Schuldverschreibungen des Bundes, die im Regelfall als Einmalemissionen im Tenderverfahren über die Bietergruppe Bundesemissionen begeben und mehrmals im Jahr aufgelegt bzw. aufgestockt werden. Die Laufzeit von Bundesanleihen bei Emission beträgt zehn (10-jährige Bundesanleihe) oder 30 Jahre (30-jährige Bundesanleihe). Sie haben standardisierte Zins- und Kapitalfälligkeiten. Die jeweils zuletzt begebene Bundesanleihe gilt in Europa als Benchmark für Festverzinsliche Wertpapiere in ihrem Laufzeitsegment. Der Begriff Bundesanleihe umfasst neben Anleihen des Bundes auch die seiner Sondervermögen. Bundesanleihen werden in den Handel an den deutschen Wertpapierbörsen eingeführt.

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Die BaFin ist die oberste Kontrollinstanz für Kreditinstitute, Versicherungen, Investmentgesellschaften und den Wertpapierhandel in Deutschland. Sie überwacht die Einhaltung der Vorschriften des Kreditwesengesetzes (KWG), des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG), des Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), des Wertpapierprospektgesetzes (WpPG) und des Wertpapier-Verkaufsprospektgesetzes (VerkProspG) sowie des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB). Die Behörde untersteht dem Bundesministerium der Finanzen und soll für ein funktionsfähiges und stabiles Finanzsystem sorgen.

Bundesbank Referenzpreis

Unter Mitwirkung der Bundesbank erfolgt börsentäglich in einer Auktion zwischen 11.00 Uhr und 12.00 Uhr die Ermittlung des sogenannten „Bundesbank-Referenzpreises“. Sämtliche Aufträge, die zu diesem Zeitpunkt im Orderbuch des Spezialisten liegen, werden darin berücksichtigt. Der Bundesbank-Referenzpreis dient u.a. als Quelle für die von Bundesbank und Finanzagentur veröffentlichte tägliche Renditetabelle der Bundeswertpapiere sowie der Abrechnung der Verkaufsaufträge von Schuldbuchkontoinhabern für ihre börsennotierten Bundeswertpapiere.

Bundesobligation

Bundesobligationen sind Schuldverschreibungen des Bundes, die im Regelfall als Einmalemissionen im Tenderverfahren über die Bietergruppe Bundesemissionen begeben und mehrmals im Jahr aufgelegt bzw. aufgestockt werden. Die Laufzeit von Bundesobligationen bei Emission beträgt 5 Jahre. Die Titel haben standardisierte Zins- und Kapitalfälligkeiten. Die jeweils zuletzt begebene Bundesobligation gilt in Europa als Benchmark für fünfjährige Festverzinsliche Wertpapiere. Bundesobligationen werden in den Handel an den deutschen Wertpapierbörsen eingeführt.

Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH

Die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH (Finanzagentur) ist der zentrale Dienstleister für die Kreditaufnahme und das Schuldenmanagement des Bundes. Sie wurde am 19. September 2000 gegründet und hat ihren Sitz am Finanzplatz Frankfurt/Main. Die Gesellschaft, deren alleinige Gesellschafterin die Bundesrepublik Deutschland ist (vertreten durch das Bundesministerium der Finanzen), erfüllt Aufgaben bei der Haushalts- und Kassenfinanzierung des Bundes. Am internationalen Geld- und Kapitalmarkt tritt die Finanzagentur ausschließlich im Namen und für Rechnung des Bundes auf.

Bundesschatzanweisung

Bundesschatzanweisungen sind Schuldverschreibungen des Bundes, die im Regelfall als Einmalemissionen im Tenderverfahren über die Bietergruppe Bundesemissionen begeben und mehrmals im Jahr aufgelegt bzw. aufgestockt werden. Die Laufzeit von Bundesschatzanweisungen bei Emission beträgt 2 Jahre. Die Titel haben standardisierte Zins- und Kapitalfälligkeiten. Die jeweils zuletzt begebene Bundesschatzanweisung gilt in Europa als Benchmark für zweijährige Festverzinsliche Wertpapiere. Bundesschatzanweisungen werden in den Handel an den deutschen Wertpapierbörsen eingeführt.

Bundesschatzbrief

Bis Ende 2012 als Daueremission ausgegebene Schuldverschreibungen des Bundes mit einem festen Plan für jährlich steigende Zinssätze (so genannte “Zinstreppe“, “Step-Up-Bonds“). Nach Ablauf des ersten Haltejahres können Gläubiger bis zu 5.000 € innerhalb von 30 Zinstagen an den Bund zum Nennwert zuzüglich anteiliger Zinsen zurückgeben. In den Börsenhandel wurden sie nicht eingeführt. Bundesschatzbriefe wurden in zwei verschiedenen Varianten angeboten: Bundesschatzbrief Typ A mit einer Laufzeit von 6 Jahren und jährlicher Zinszahlung und Typ B mit einer Laufzeit von 7 Jahren. Bei letzterem erfolgt die Zinszahlung einmalig am Ende der Laufzeit zusammen mit der Tilgung. Die Stückelung beider Varianten betrug 0,01 €. Bundesschatzbriefe konnten  ab einer Anlagesumme von 50 € nur von natürlichen Personen und von gebietsansässigen Einrichtungen, die gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen, erworben werden.

Bundesschuldbuch

Schuldbuch

Bundesschuldenwesengesetz (BSchuWG)

Das Bundesschuldenwesengesetz vom 12. Juli 2006 regelt die Modalitäten und Instrumente der Kreditaufnahme und -verwaltung des Bundes und seiner Sondervermögen. Darüber hinaus bildet es die Ermächtigungsgrundlage für die Übertragung von Aufgaben des Schuldenwesens auf die Finanzagentur durch das Bundesministerium der Finanzen und bestimmt die parlamentarische Kontrolle des Schuldenwesens durch das Bundesfinanzierungsgremium.
Das Bundesschuldenwesengesetz ist auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz einsehbar:

Bundesschuldenwesengesetz

Daueremission

Laufende, das heißt ununterbrochene Ausgabe von Wertpapieren. Besonders bei staatlichen Emissionen im Zuge einer regelmäßigen Schuldenaufnahme verbreitet. In Deutschland bis Ende 2012 üblich bei Bundesschatzbriefen und Finanzierungsschätzen.

DAX

Deutscher Aktienindex, der die Wertentwicklung der 30 nach Marktkapitalisierung größten und umsatzstärksten deutschen Aktien wiedergibt. (Für die Marktkapitalisierung ist hierbei der Bestand tatsächlich umlaufender Papiere, der so genannte Streubesitz, ausschlaggebend).
Er wird seit 1988 von der Deutsche Börse AG traditionell als Performance-Index berechnet und berücksichtigt somit alle Zahlungen der enthaltenen Unternehmen an ihre Aktionäre - insbesondere Dividenden. Weniger gebräuchlich ist seine Berechnung als Kurs-Index, der lediglich die Kursentwicklung der enthaltenen Werte abbildet.

Deutsche Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland und damit die “Bank der Banken“. Seit 1999 ist sie Teil des Eurosystems, in dem sie zusammen mit den anderen nationalen Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank für die gemeinsame Währung, den Euro, verantwortlich ist. Oberstes Ziel aller Tätigkeiten der Bundesbank ist: Die Stabilität des allgemeinen Preisniveaus zu sichern. Zu diesen Kerngeschäftsfeldern kommen die Verwaltung der Währungsreserven und Aufgaben der Bundesbank als Hausbank des Staates hinzu. Von Weisungen der Bundesregierung ist die Bundesbank unabhängig.

Diskontpapier

Abzinsungspapier

Einmalemission

Wertpapier, das nur zu bestimmten Zeitpunkten zum Erwerb angeboten wird. Während dieser Zeit kann es zu den Emissionsbedingungen gekauft werden. Mit Ende der Frist ist die Emission abgeschlossen. Als Einmalemission begeben werden Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen, Unverzinsliche Schatzanweisungen.

Einzelschuldbuchkonto

Kostenloses Depot für Bundeswertpapiere bei der Finanzagentur, in das auch bei anderen Geld- und Kreditinstituten erworbene Bundeswertpapiere nachträglich gebührenfrei übertragen werden können. Die Neueröffnung von Einzelschulbuchkonten ist seit dem 1. Januar 2013 nur noch möglich, sofern vor dem 22. August 2012 begebene Bundeswertpapiere darin übertragen und verwahrt werden können.

Emission (Begebung; Ausgabe)

Bezeichnet den erstmaligen Verkauf von Wertpapieren wie z.B. Anleihen auf dem Geld- und Kapitalmarkt (z.B. per Auktion). Der Herausgeber der Wertpapiere ist der Emittent. Die Ausgabe von Wertpapieren dient ihm zur Beschaffung von Eigen- (Aktien) oder Fremdkapital (Anleihen). Als Emission wird gemeinhin auch das emittierte Wertpapier bezeichnet.

Emissionsbedingungen

Anleihebedingungen

Emissionsrendite

Bezeichnet die Rendite von neu ausgegebenen festverzinslichen Wertpapieren. Sie wird unter Berücksichtigung von Nominalzins und Emissionskurs berechnet und kann vom Nominalzinssatz abweichen.

Emissionsvolumen

Gesamtbetrag, der von einem Wertpapier in Umlauf gebracht wurde.

Emittent

Ein Emittent ist der Herausgeber von Wertpapieren. Dabei kann es sich um ein Unternehmen, eine öffentliche Körperschaft, den Staat oder andere Institutionen handeln. Der Emittent einer Anleihe ist der Schuldner des auf der Urkunde verbrieften Nennwerts sowie der laufenden Zinszahlungen. Emittentin von Bundeswertpapieren ist die Bundesrepublik Deutschland.

EONIA

Abkürzung für European OverNight Index Average. Referenzzinssatz am Euro-Geldmarkt, der die Zinsentwicklung am ganz kurzen Laufzeitende (“Tagesgeld”) widerspiegelt. Wird als Durchschnittszinssatz berechnet aus den Zinssätzen für Übernacht-Geldausleihungen unter Geschäftsbanken. Die Berechnung erfolgt durch die Europäische Zentralbank (EZB), die die Daten täglich von ausgewählten europäischen Kreditinstituten erhebt.

EURIBOR

Abkürzung für Euro Inter-Bank Offered Rate. Referenzzinssatz für kurzfristige (Euro-)Geldanlagen und -aufnahmen unter Geschäftsbanken verschiedener Laufzeiten bis zu 12 Monaten. Er wird als Durchschnittssatz auf Basis von Zinssätzen berechnet, die Geschäftsbanken im Laufe eines Tages bei „echten“ Handelsgeschäften feststellen und an die offizielle Berechnungsstelle melden. Der EURIBOR dient als Referenzgröße (Benchmark) für variabel und Festverzinsliche Wertpapiere mit kurzen Laufzeiten.

Fälligkeit

Eintritt des Leistungstermins (Ende der Laufzeit einer Anleihe) und der sofortigen Leistungspflicht (Tilgung und in der Regel letzte Zinszahlung) des Schuldners (Kreditnehmers).

Festverzinsliche Wertpapiere (Renten)

Anleihen, die während ihrer gesamten Laufzeit zu einem bei Emission vereinbarten festen Satz verzinst werden. Festverzinsliche Wertpapiere können in unterschiedlichen Währungen begeben werden.

Finanzierungsschatz

Finanzierungsschätze des Bundes zählten zu den Daueremissionen. Sie deckten mit 12 und 24 Monaten das kurze Ende des Laufzeitenspektrums  für Privatanleger ab. Als Diskontpapiere (Abzinsungspapier) wurden sie in monatlichen Ausgaben emittiert. Finanzierungsschätze wurden auf Grund ihrer kurzen Laufzeit nicht in den Börsenhandel eingeführt und konnten nicht vorzeitig zurückgegeben werden. Die Stückelung betrug 0,01 €, das Mindestanlagevolumen 500 €.

Floating Rate Note (FRN)

Mittel- bis langfristige Anleihe mit einem periodisch angepassten Zinssatz (meistens alle drei, sechs oder zwölf Monate). Floating Rate Notes vereinen Elemente des Geldmarkts und Kapitalmarkts in einem Papier: Während die Gesamtlaufzeit bis zur Tilgung für gewöhnlich mehrjährige Zeiträume umfasst (kapitalmarktorientierte Laufzeit), wird die Zinszahlung an kurzfristigen Geldmarktsätzen ausgerichtet. Auf Basis eines Referenzzinssatzes, wie z.B. EURIBOR oder LIBOR, wird der Zinssatz regelmäßig neu festgelegt. Der Kurs dieser Papiere liegt aufgrund der jederzeit marktgerechten Verzinsung immer nahe bei 100 Prozent.

Freihändiger Verkauf

Ist ein Verfahren für Platzierungen, bei dem der Emittent die Wertpapiere selbst verkauft. Das Emissionsvolumen und die Emissionsfrist sind hierbei nicht im Voraus festgelegt. Daueremissionen des Bundes wurden auf diese Art begeben.

Fremdwährungsanleihe

Anleihen, die nicht in der heimischen Landeswährung oder Währung eines einheitlichen Währungsraums emittiert werden. Für die inländischen Käufer sind diese Titel mit einem Wechselkursrisiko behaftet.

Geldmarkt

Im weiteren Sinne der Markt für alle kurzfristigen Anlagen und Ausleihungen von Tagesgeld bis hin zu Geldanlagen und -aufnahmen von zwölf Monaten (im Gegensatz zum Kapitalmarkt). Im engeren Sinne der Markt, auf dem zwischen Kreditinstituten (Interbankengeldmarkt) oder zwischen Kreditinstituten und der Zentralbank Finanzmittel kurzer Laufzeiten gehandelt werden.

Gläubiger

Aufgrund eines Schuldverhältnisses (bspw. Kreditvertrag) zur Einforderung einer Leistung (Zins- und Rückzahlung) Berechtigter (Kreditgeber); Vertragspartner des Schuldners.

Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)

Den inflationsindexierten Bundeswertpapieren zugrunde liegender Inflationsindex (Referenzindex). Vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) ermittelt, misst er die Entwicklung der Verbraucherpreise ohne Tabak in der Eurozone.

iBobl

Bezeichnung für inflationsindexierte Bundesobligation, welche im Tagesgeschäft häufig von Rentenhändlern verwendet wird. Im Englischen auch Bobl/ei.

Siehe bspw. auch iBund.

iBund

Bezeichnung für inflationsindexierte Anleihe des Bundes, welche im Tagesgeschäft häufig von Rentenhändlern verwendet wird. Im Englischen auch Bund/ei.

Siehe bspw. auch iBobl.

Indexanleihe

Indexanleihe: Festverzinsliches Wertpapier, dessen Verzinsung und / oder Tilgung an einen Index gebunden ist.

Indexverhältniszahl

Gibt die relative Veränderung eines Indexes wieder. Im Falle inflationsindexierter Bundeswertpapiere ist die Indexverhältniszahl Ausdruck für die relative Veränderung des vom Bund für seine Wertpapiere ausgewählten Inflationsindexes (Referenzindex). Hierbei handelt es sich um den vom Statistischem Amt der Europäischen Union (Eurostat) ermittelten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für die Eurozone, in der unrevidierten Version, ohne Tabak. Anhand der für jede inflationsgeschützte Anleihe separat ermittelten Indexverhältniszahl lässt sich der Inflationsausgleich für jedes Papier übersichtlich darstellen.

Inflationsindexierte Anleihe (inflationsgeschützte Anleihe, Realzinsanleihe, Linker)

Anleihe, deren Zins- und / oder Tilgungszahlungen an einen Preisindex gekoppelt sind. Mit Hilfe dieser Anleihen können Anleger die Kaufkraft des investierten Geldbetrags auch über lange Zeiträume weitestgehend erhalten. Ber Bund emittiert seit 2006 inflationsindexierte Anleihen sowie seit 2007 inflationsindexierte Obligationen.

Inflationsindexierte Obligation (inflationsgeschützte Obligation, Linker)

Obligation, deren Zins- und / oder Tilgungszahlungen an einen Preisindex gekoppelt sind. Mit Hilfe inflationsindexierter Obligationen können Anleger die Kaufkraft des investierten Geldbetrags auch über lange Zeiträume weitestgehend erhalten. Ber Bund emittiert seit 2007 inflationsindexierte Obligationen.

Inflationsrate (Preissteigerungsrate)

Die Preissteigerungsrate gibt an, um wie viel Prozent das Preisniveau in einer bestimmten Zeitspanne (von bspw. einem Monat oder einem Jahr) gestiegen ist.
Für gewöhnlich erfolgt die Berechnung auf Basis eines eindeutig definierten Inflationsindexes. Um die Inflationsrate zu berechnen, wird Wert des jeweiligen Indexes am Ende eines bestimmten Monats normalerweise mit dem Indexwert am Ende des betreffenden Vorjahresmonats verglichen. Üblich ist also die Veröffentlichung von 12-Monats-Inflationsraten (der so genannten Year-over-Year- oder kurz YoY-Inflation).

Inhaberschuldverschreibung

Anleihe, die den Emittent verpflichtet, an den jeweiligen Inhaber der Anleiheurkunde die Zins- und Tilgungszahlung bei Fälligkeit zu leisten.

ISIN

Abkürzung für International Securities Identification Number. Dient beim internationalen Handel mit Wertpapieren der eindeutigen Identifikation der Titel. Wird seit 2003 in Deutschland parallel zur Wertpapierkennnummer benutzt.

Kapitalmarkt

Markt für langfristige Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten, wie Aktien (Beteiligungskapital) und Anleihen (verbriefte Kredite). Dient Unternehmen und staatlichen Institutionen zur Finanzierung von Investitionen und laufenden Ausgaben.

Kupon

Der Begriff Kupon bezeichnet die jährliche Verzinsung des Nominalwerts (Nennwert) einer Anleihe, ausgedrückt in Prozent.

Kurzläufer

Festverzinsliches Wertpapier mit im Emissionszeitpunkt kurzer Laufzeit bis maximal zwei Jahren bzw. länger laufende Anleihe mit entsprechend geringer Restlaufzeit.

Langläufer

Festverzinsliche Wertpapiere mit langer Laufzeit ab ca. 7 Jahren.

Laufzeit

Beschreibt den Zeitraum zwischen Emission bzw. dem Zinslaufbeginn einer Anleihe und deren Fälligkeitstag (Tilgung); siehe auch Restlaufzeit.

LIBOR

Abkürzung für London Inter-Bank Offered Rate. Bezeichnung für den am Londoner Bankplatz ermittelten Zinssatz, zu dem dort ansässige Kreditinstitute bereit sind, am Geldmarkt einander Geld zu leihen und zu verleihen. Er wird wie EONIA oder EURIBOR als Durchschnittssatz auf Basis von Zinssätzen berechnet, die Geschäftsbanken im Laufe eines Tages bei „echten“ Handelsgeschäften feststellen und an die offizielle Berechnungsstelle melden. Darüber hinaus dient er als Referenzzinssatz für bspw. Floating Rate Notes.

Linker (ILB)

Kurzbezeichnung für inflationsindexierte Anleihe oder Inflationsindexierte Obligation.

Liquidität

Der Begriff "Liquidität" stammt vom lateinischen Wort "liquidus". Das bedeutet auf Deutsch so viel wie "flüssig". In der Betriebswirtschaftslehre gibt es gleich mehrere Definitionen für Liquidität:

Unternehmensanalyse: Hier beschreibt Liquidität die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachzukommen. Ein Unternehmen, das diese Fähigkeit nicht besitzt, ist illiquide („nicht flüssig“). Illiquidität führt normalerweise zum Konkurs, wenn über Monate hinweg keine Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter gezahlt und Kredite nicht mehr bedient werden können.

Börsenjargon:

Liquider Markt
Man spricht an der Börse von einem "liquiden Markt", wenn Investoren jederzeit auch große Mengen an Wertpapieren (Aktien, Anleihen) kaufen und verkaufen können, ohne dabei die aktuellen Marktkurse spürbar zu beeinflussen. In Krisenzeiten ist der Markt ggf. illiquide: Niemand ist aufgrund bestehender Unsicherheiten bereit, Wertpapiere zum zuletzt festgestellten Marktpreis zu kaufen oder zu verkaufen. Ein Geschäft kommt in einem illiquiden Markt im Regelfall nur dann zustande, wenn der Kurs vom Verkäufer kräftig nach unten korrigiert wird (= der Verkäufer gewährt im Falle eines massiven Angebotsüberhangs einen deutlichen Preisabschlag) oder der Käufer dem Verkäufer im Falle eines Nachfrageüberhangs einen großen Preisaufschlag bietet.

Liquides Wertpapier
Ein Wertpapier wird im Jargon der Börsenhändler als liquide bezeichnet, wenn es jederzeit auch in großen Mengen von institutionellen und privaten Investoren ohne spürbare Preisauf- oder -abschläge ge- und verkauft werden kann. Eine hohe Liquidität ist typisch für Wertpapiere, die in großen Volumina emittiert wurden, etwa Bundesanleihen oder die Aktien von Weltkonzernen.

Wertpapierportfolios / Vermögensbestände / Finanzplanung
Als Liquidität wird im Zusammenhang mit Wertpapierportfolios bzw. Vermögensbeständen und damit im Kontext der Finanzplanung jener Teil des Portfolios / Vermögens bezeichnet, der relativ schnell und ohne Preisabschlag / Kursrisiko in Bargeld bzw. Guthaben auf einem Girokonto umgewandelt werden kann. In einem Vermögensbestand fallen hierunter Geldmarktfondsanteile und darüber hinaus Tagesgeld- sowie sonstige verzinste Sparkonten, die täglich verfügbar sind. Im Fall von Investmentfonds bezeichnet die Liquidität analog dieser Definition jenen Teil des Fondsvermögens, der flüssig und damit täglich ohne Kursrisiken verfügbar ist. Ein Fondsmanager hält neben Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen "flüssige" Mittel vor, um die Rücknahme von Fondsanteilen jederzeit gewährleisten zu können.

Marktpflege

Der Bund verpflichtet sich in den Emissionsbedingungen seiner Bundeswertpapiere zu einer so genannten regelmäßigen Marktpflege.


In deren Rahmen kauft und verkauft die Bundesbank überschießende Beträge an den sieben deutschen Wertpapierbörsen für Rechnung des Bundes (als Emittenten). Die Finanzagentur unterstützt die Bundesbank sowie andere Marktteilnehmer mit Bundeswertpapieren aus den Beständen ihrer Marktpflegequote. Darüber hinaus besteht auch für die Finanzagentur selbst die Möglichkeit, im Handel Eigenbestände des Bundes zu verkaufen oder zu kaufen.

Ziel der Marktpflegeaktivitäten ist es, für Bundeswertpapiere im täglichen Börsenhandel Liquidität in Form von handelbaren Ordergrößen zu marktgerechten Kursen bereitzustellen, also bspw. im Sinne der Anleger die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs möglichst gering zu halten oder im Falle von größeren Käufen oder Verkäufen stärkere Kurssprünge möglichst zu verhindern bzw. zu vermindern.

Marktpflegequote

Im Rahmen einer Begebung (Emission) eines Bundeswertpapiers hält die Finanzagentur regelmäßig einen Teil des Emissionsvolumens als Marktpflegequote zurück. Dieser einbehaltene Bestand wird in der Zeit nach der Auktion zu einem Großteil in den Sekundärmarkt verkauft.

Mit den einbehaltenen Papieren kann z.B. die Bundesbank bei ihren Aktivitäten zur Kurs- und Marktpflege unterstützt werden. Genauso stehen die Titel der Finanzagentur bzw. dem Bund für den kurzzeitigen Verkauf im Rahmen von Wertpapier-Pensionsgeschäften („Repos“) zur Verfügung. Schließlich können Wertpapiere aus der Marktpflegequote auch an andere Marktteilnehmer gegen Gebühr verliehen werden.

Die Höhe der Marktpflegequote fällt von Emission zu Emission unterschiedlich aus, liegt seit 2005 im Schnitt jedoch bei unter 20 % des Emissionsvolumens (inklusive Geldmarktpapiere und inflationsindexierte Bundeswertpapiere). Gesetzlich ist die Gesamthöhe des Eigenbestands der Finanzagentur (Gesamtbestand aller Papiere aus der Marktpflegequote) auf 10 % aller insgesamt am Markt umlaufenden Papiere begrenzt.

Nennwert (Nominalwert)

Der Nennwert ist der Betrag, den der Emittent dem Wertpapierinhaber (Gläubiger) schuldet und bei Fälligkeit des Wertpapiers zurückzahlen muss.

Nominalzins

Vertraglich fixierter Zinssatz, der in Prozent vom Nennwert angegeben wird. Er richtet sich nach der Höhe der Kapitalmarktzinsen (Kapitalmarkt) im Zeitpunkt der Emission. Der Nominalzinssatz zeigt an, wie viele Zinsen pro Jahr während der Laufzeit gezahlt werden müssen.

Platzierung (Emission, Begebung)

Als Platzierung wird der erstmalige Verkauf eines Wertpapiers an Marktteilnehmer bezeichnet.

Portfolio

Gesamtbestand an Wertpapieren. Nach gängiger Lehrmeinung sollte das Portfolio eines Privatanlegers über die wesentlichen Vermögensklassen (Aktien, Anleihen, Immobilien, Geldmarktinstrumente) gestreut sein.

Preisindex (Inflationsindex)

Von amtlichen Stellen (z.B. Statistischen Bundesamt, Statistischen Amt der Europäischen Union) errechnete Maßzahl, die Auskunft über durchschnittliche Preisänderungen in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft gibt. Der Preisindex für Lebenshaltung spiegelt die Entwicklung der Verbraucherpreise (Lebensmittel, Mieten, Reisen etc.) und damit die Entwicklung der Kaufkraft des Geldes wider.

Preissteigerungsrate

Inflationsrate

Primärmarkt

Markt für die Ausgabe neuer Wertpapiere und deren Platzierung bei Anlegern.

Privatplatzierung

Als Privatplatzierung oder Private Placement wird der nicht-öffentliche Erstverkauf von Vermögensgegenständen wie Anleihen oder Aktien bezeichnet. Der Emittent der betreffenden Schuldtitel etc. wendet sich in diesem Fall an eine begrenzte Zahl von Investoren und versucht, die Papiere direkt an diese zu veräußern (eine Privatplatzierung schließt die Einschaltung einer Geschäftsbank als Handelsmittler allerdings nicht aus).
Der Bund nimmt Kredite neben der (öffentlichen) Emission von Bundeswertpapieren in sehr geringem Maße auch in Form von privatplatzierten und im Regelfall individuell ausgehandelten Schuldscheindarlehen auf.

Rating

Einstufung oder Bewertung der Bonität (Kreditwürdigkeit) von Staaten und Unternehmen bzgl. der fristgerechten und vollständigen Zins- und Tilgungsleistungen v.a. verbriefter Kredite. Rating-Agenturen wie Moody’s oder Standard & Poor’s beurteilen die Bonität eines Emittenten und seiner Schuldtitel nach einem standardisierten Verfahren, das nach Art des Emittenten (Staat, Unternehmen) differenziert ist.

Realzins

Der Realzins ist der tatsächliche Zinsertrag von Wertpapieren nach Einrechnung der Preisentwicklung und damit des Kaufkraftverlustes. Er steht, vereinfacht dargestellt, im folgenden Verhältnis zum Nominalzins: NominalzinsInflationsrate = Realzins.

Referenzzinssatz

Als Referenzzinssatz bezeichnet man einen für eine bestimmte Laufzeitklasse, Währung sowie Anlage- oder Kreditform repräsentativen Zinssatz. Die Repräsentativität wird bei der Feststellung des Referenzzinssatzes gewährleistet, indem aus einer möglichst großen Zahl von vergleichbaren und im Tagesgeschäft der Banken tatsächlich zustande gekommenen Zinssätzen ein rechnerischer Durchschnitt gebildet wird. Beispiele für Referenzzinssätze sind EONIA, EURIBOR und LIBOR.

Rendite (Effektivverzinsung)

Tatsächlicher Ertrag des eingesetzten Kapitals ausgedrückt in Prozent und normalerweise bezogen auf ein Jahr. Dabei werden bei der Berechnung alle Ankaufs- und Verkaufsgebühren, der Erwerbs- und Rückzahlungskurs, Laufzeit, Form der Tilgung und eventuelle Auf- oder Abschläge mit einbezogen. In der Finanzmathematik jener Zinssatz, mit dem die künftigen Zahlungsströme einer Anleihe abgezinst werden müssen, um in der Summe den aktuellen Barwert / Kurs zu erhalten.

Rentenmarkt

Teilbereich des Kapitalmarkts, der Markt für den Handel mit verzinslichen Wertpapieren.

Restlaufzeit

Die Restlaufzeit beschreibt den verbleibenden Zeitraum bis zur Fälligkeit eines Wertpapiers.

REX

Index, der die Kursentwicklung eines repräsentativen Ausschnitts des deutschen Rentenmarkts widerspiegelt. Der Kursindex REX wird von der Deutsche Börse AG auf Basis der Preise von 30 Referenzanleihen einmal täglich ermittelt.
In der Indexberechnung werden Anleihen des Bundes sowie seiner Sondervermögen mit Laufzeiten von einem bis zehn Jahren und jeweils drei Kupontypen (6 % 7, 5 % und 9 %) berücksichtigt. Jede dieser 30 Anleihen wird mit ihrem Marktanteil in den einzelnen 30 Laufzeit-Kupon-Klassen gewichtet.
Da Staatsanleihen in exakt dieser Ausstattung kaum existieren, müssen für die fest definierten „Standardanleihen“ im Index hypothetische Kurse auf Basis von Börsenkursen real existierender Referenzanleihen errechnet werden.

REX-P

Performance-Index, der neben der Kursentwicklung (siehe REX) auch die Zinserträge von 30 repräsentativen Anleihen des Bundes sowie seiner Sondervermögen berücksichtigt. Er dient damit der Messung des Anlageerfolgs am Rentenmarkt. Aufgrund seiner Konstruktion verhält er sich wie eine Anleihe mit konstanter Restlaufzeit von 5,49 Jahren und einem fixen Kupon von 7,44 %. Seine Berechnung erfolgt seit 1991 einmal täglich durch die Deutsche Börse AG.
Um eine bessere Vergleichsbasis mit der Wertentwicklung des DAX zu schaffen, wurde der 30.12.1987 als Berechnungsbasis (= 100) festgelegt und bis dahin rückwirkend Tageswerte ermittelt. Werte auf Monatsbasis existieren seit Januar 1967.

Schatz

Kurzbezeichnung für Bundesschatzanweisung, welche im Tagesgeschäft häufig von Rentenhändlern verwendet wird.

Schuldbuch

Register, in das Wertpapieremissionen des Bundes und seiner Sondervermögen als Wertrechte eingetragen werden. Jeder Erwerber von bis zum 22. August 2012 begebenen Bundeswertpapieren kann diese im Schuldbuch auf einem eigenen Schuldbuchkonto (Einzelschuldbuchkonto) bei der Finanzagentur bis zu ihrer Fälligkeit kostenlos verwahren lassen. Für alle später begebenen Bundeswertpapiere ist die Verwahrung im Schuldbuchkonto nicht mehr möglich.

Schuldbuchgeheimnis

Für Auskünfte aus dem Bundesschuldbuch gelten die Vorschriften des Bundesschuldenwesengesetzes (BschuWG) und der Abgabenordnung.

Die Finanzagentur darf als kontoführende Stelle über den Inhalt des Bundesschuldbuchs nur dem eingetragenen Kontoinhaber, seinem Vertreter und dem Rechtsnachfolger Auskunft erteilen. Das Schuldbuchgeheimnis erstreckt sich auf sämtliche Eintragungen im Bundesschuldbuch und nicht nur auf die eingetragenen Wertpapierbestände. Datenbezogene Auskünfte können über das Telefon nur nach einer Legitimationsprüfung erteilt werden.

Den Finanzbehörden gegenüber ist die Finanzagentur im gleichen Umfang zur Auskunft verpflichtet wie die Kreditinstitute. So besteht beim Ableben des Schuldbuchkontoinhabers eine Meldepflicht gegenüber den Finanzämtern nach § 33 des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes. Darüber hinaus gibt es Meldepflichten gegenüber dem Bundeszentralamt für Steuern sowie Auskunftspflichten in Steuerstraf- bzw. Steuerordnungswidrigkeitsverfahren.

Schuldbuchkonto

Einzelschuldbuchkonto

Schuldner

Aufgrund eines Schuldverhältnisses (bspw. Kreditvertrag) zur Erbringung einer Leistung (Zins- und Rückzahlung) Verpflichteter (Kreditnehmer); Vertragspartner des Gläubigers.

Schuldscheindarlehen

Besondere Form eines verbrieften und handelbaren Kredits. Rechtlich handelt es sich um einen Darlehensvertrag, in dem Kreditnehmer und Kreditgeber die besonderen Spezifikationen des betreffenden Kredits festlegen (Art und Höhe der Verzinsung, Zinstermine, Fälligkeit etc.). Der Vertrag ist gleichzeitig auch der Schuldschein, der vom ursprünglichen Kreditgeber jederzeit an einen Dritten weiterverkauft werden kann. Sämtliche Ansprüche gehen per Verkauf an den Käufer des Schuldscheines über. Voraussetzung für das Entstehen eines Schuldscheins ist die Kaufmannseigenschaft des Schuldners gem. §1 HGB.

Schuldverschreibung (Schuldtitel)

Anleihe

Sekundärmarkt

Markt für den Handel bereits in Umlauf befindlicher Wertpapiere (Gegensatz Primärmarkt).

Serie

1. Bedeutung: Wertpapiere, die sich von der Ausgestaltung her grundsätzlich nicht unterscheiden (fester und jeweils gleich hoher Nominalzinssatz , identische Laufzeit, identischer Nennwert, Tilgung in einer Summe am Ende der Laufzeit), aber vom selben Emittenten mit – abhängig von der Marktentwicklung – im Zeitverlauf unterschiedlichen Renditen emittiert werden. 2. Bedeutung: Die Gesamtemission eines Wertpapiers kann in einzelnen Serien, die sich von der Ausgestaltung her grundsätzlich nicht unterscheiden, aufgeteilt werden, z.B. um Teile der Gesamtemission per Auslosung zu tilgen.

Straight Bond (Plain Vanilla Bond)

Anleihe, die ohne besondere Merkmale (z.B. Sonderkündigungsrechte) begeben wird und folgende Spezifika aufweist: feste Laufzeit, über die Laufzeit konstanter Zinssatz, regelmäßige Zinszahlungen zu im Voraus bestimmten Terminen, Rückzahlung des gesamten Anleihebetrags bei Fälligkeit (Straight Bond = festverzinsliche, endfällige Anleihe).

Stückelung

kleinste handelbare Einheit einer Emission

Stückzinsen

Beim Verkauf einer Anleihe steht dem Verkäufer für die Zeit, in der er die Anleihe im Besitz hatte, der anteilige Kupon zu. Der Käufer muss dem Verkäufer die anteiligen Zinsen zahlen, die zwischen dem letzten Zinszahlungstermin bzw. seit dem Zinslaufbeginn und dem Verkaufstag der Anleihe aufgelaufen sind. Der Käufer bekommt am Zinstermin den vollen Kupon ausgezahlt (sofern er die Anleihe so lange hält) und findet den Verkäufer quasi mit der Stückzinszahlung für den bis zum Verkaufstag entstandenen Zinsanspruch ab.

Tagesanleihe des Bundes

Die Tagesanleihe ist eine Bundesanleihe mit tagesgeldähnlichem Charakter und zählt zu den Bundeswertpapieren. Sie wurde am 1. Juli 2008 mit unbefristeter Laufzeit emittiert und konnte bei der Finanzagentur bis Ende 2012 erworben werden. Eine Einführung in den Börsenhandel fand nicht statt. Die Stückelung der Tagesanleihe betrug 0,01 €. Die Verzinsung der Tagesanleihe (Tageszins) ist an den EONIA gekoppelt und erfolgt täglich, was zu einem Zinseszinseffekt für den Anleger führt. Zinstermin ist jährlich am 31. Dezember. Dann wird der Nettozinsertrag in Nennwert der Tagesanleihe umgewandelt – eine Ausschüttung der Zinsen erfolgt nicht. Die Tagesanleihe kann heute lediglich noch in Höher der Zinserträge aus den bei der Finanzagentur verwahrten Bundeswertpapieren erworben werden. Ihre Rückgabe ist bankgeschäftstäglich zum Tagespreis möglich.

Tagespreis

Zum kalendertäglich neu berechneten Tagespreis kann die Tagesanleihe an jedem Bankgeschäftstag zurückgegeben werden. Der Tagespreis beinhaltet die aufgelaufenen Stückzinsen und wird kaufmännisch gerundet auf sechs Nachkommastellen angegeben. Im Jahresverlauf bildet sich der aktuelle Tagespreis aus dem Tagespreis des vorherigen Kalendertages zuzüglich eines Preisaufschlages auf Basis des aktuellen Tageszinssatzes. Die tägliche Verzinsung der Tagesanleihe (zum jeweiligen Tageszins) führt somit zu einem stetigen Anstieg des Tagespreises. An ihm kann kalendertäglich der Zinszuwachs der Tagesanleihe abgelesen werden. Zum Jahreswechsel wird der Tagespreis regelmäßig auf 100,000000 % zurückgesetzt, die aufgelaufenen Zinsen werden in Nennwert der Tagesanleihe umgewandelt.

Tageszins

Der Tageszins ist der täglich variable Zinssatz, mit dem die Tagesanleihe für den aktuellen Tag verzinst wird. Die Kopplung des Tageszinssatzes an den von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten EONIA als Referenzwert vollzieht sich dabei wie folgt: Innerhalb einer Bandbreite des EONIA von mehr als 2,000 % und weniger als 6,000 % beträgt der Tageszins 92,5 % des EONIA. Ab 6,000 % des EONIA ergibt sich der Tageszins als EONIA abzüglich 0,45 Prozentpunkten. Unterhalb bis einschließlich eines EONIA-Wertes von 2,000 % entspricht der Tageszins dem Referenzwert abzüglich 0,15 Prozentpunkten. Der Tageszins kann gemäß Emissionsbedingungen nie unter einen Wert von 0 % fallen.

Tenderverfahren

Das Tender- oder Ausschreibungsverfahren ist eine Methode, bei der Wertpapiere, insbesondere Staatsanleihen, in Form einer Auktion emittiert werden.

Tilgung

Rückzahlung einer Geldschuld (Verbindlichkeit) entweder in einem einzigen Betrag (nach Ablauf der vertragsmäßigen Laufzeit / nach Kündigung / Auslosung) oder in Teilbeträgen (so genannte Annuitäten).

Umlaufrendite

Rendite im Sekundärmarkt gehandelter (umlaufender) börsennotierter festverzinslicher Wertpapiere. Hierunter zählen insbesondere Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes und seiner Sondervermögen.

Die Renditen der Papiere werden mit ihren jeweils umlaufenden Volumina gewichtet. Jeweils am Monatsanfang wird der Kreis der relevanten Wertpapiere ermittelt und diese in einzelne Restlaufzeitklassen eingeteilt.

Die Umlaufrendite spiegelt das aktuelle Marktzinsniveau auf dem Rentenmarkt wider. Sie wird regelmäßig von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht.

Unverzinsliche Schatzanweisung des Bundes

Dem kurzen Laufzeitbereich Geldmarktzuzurechnen sind die Unverzinslichen Schatzanweisungen (Bubills) mit Laufzeiten von sechs oder zwölf Monaten. Wie die Finanzierungsschätze sind sie Diskontpapiere (Abzinsungspapiere), d. h. die Verzinsung entspricht der Differenz zwischen dem Nennwert und dem in der Regel niedrigeren Kaufpreis. Sie werden monatlich im Tenderverfahren über die Bietergruppe Bundesemissionen begeben. Unverzinsliche Schatzanweisungen werden nicht an der Börse gehandelt, sondern im so genannten OTC (over the counter) Handel.

Wertpapierkennnummer (WKN)

Sechsstellige Zahl zur eindeutigen Identifikation eines Wertpapiers und zur Erleichterung des Wertpapierhandels. Wird in Deutschland seit 2003 neben der ISIN benutzt.

Wertrechte

Die Schuldverschreibungen des Bundes werden als so genannte Wertrechte begeben, die in das Bundesschuldbuch eingetragen werden. Damit existieren diese Papiere nicht als effektiven Stücke (Anleiheurkunden) , sondern lediglich als Eintrag in einem elektronischen Gläubigerregister, dem Bundesschuldbuch.

Zur Begebung (Auktion) einer Schuldverschreibung trägt die
Finanzagentur den Nennwert des Wertpapiers in das Bundesschuldbuch als Sammelschuldbuchforderung ein. Diese Forderung wird bei dem Zentralverwahrer, der Clearstream Banking AG verbucht und stellt für den Bund eine Verbindlichkeit (Schuld) dar.
Im Gegenzug kann die Bundesbank als Kontoführende Stelle des Bundes den eingetragenen Nennwert anteilig an die Käufer der Schuldverschreibung übertragen. Mit der Übertragung wird der Wertpapierkäufer Miteigentümer an der Sammelschuldbuchforderung beim Zentralverwahrer. Dort ist er als Empfänger für Zinszahlungen und Tilgungen registriert.

Zins

Entgelt für die Bereitstellung von Kapital. Der Zins wird an den Gläubiger gezahlt, da dieser dem Schuldner liquide Mittel verschafft und selbst für einen bestimmten Zeitraum darauf verzichtet. Der Gläubiger geht dadurch Risiken ein, z.B. das Risiko einer anziehenden Inflation (= Kaufkraftverlust des verliehenen Betrags), und verlangt dafür einen Preis bzw. einen angemessenen Risikoausgleich.

Zinseszins

Zins der entsteht, wenn laufende Zinserträge nicht ausgezahlt, sondern zum Kapital hinzugefügt und ebenfalls mit verzinst werden. Durch den Zinseszinseffekt vergrößert sich das Kapital im Laufe der Zeit immer rascher.

Zinslaufbeginn

Beginn des Zinsanspruchs und der Zinsberechnung (Stückzinsen) einer Anleihe.

Zinstermine

In den Anleihebedingungen festgelegte Termine für die Zinszahlungen.