Der Markt für Bundeswertpapiere zählt zu den weltweit größten und liquidesten Märkten für Staatsanleihen. Im Jahr 2012 wurde ein Volumen von knapp 5,4 Billionen € gehandelt [1]. Das in diesem Zeitraum durchschnittlich ausstehende Nominalvolumen (inkl. Eigenbestände des Bundes) von über 1,1 Billionen € wurde damit fast fünf Mal umgesetzt. Insgesamt verkauften die Mitglieder der Bietergruppe an weitere Kapitalmarktteilnehmer im betrachteten Zeitraum Bundeswertpapiere in einem Nominalwert von 160 Mrd. €.
An den deutschen Wertpapierbörsen, auf zahlreichen internationalen elektronischen Handelsplattformen und auch im außerbörslichen Handel (OTC) werden zehn- und dreißigjährige Anleihen, fünfjährige Bundesobligationen, zweijährige Bundesschatzanweisungen und die nicht börsennotierten unverzinslichen Schatzanweisungen umgesetzt. Von 8 Uhr morgens bis in den frühen Abend hinein werden von dutzenden Market Makern auf freiwilliger Basis An- und Verkaufspreise mit den engsten Spannen des Euro-Staatsanleihenmarktes quotiert. Die Freiwilligkeit garantiert, dass keine künstliche Liquidität geschaffen wird, die bei Investoren falsche Vorstellungen über die Tiefe des Marktes erwecken könnte. Zudem unterstützt die Finanzagentur des Bundes die Market Maker mit ihrer Präsenz im Sekundärmarkt, um im Einzelfall auszuhelfen, wenn die Liquidität eines Papiers ausnahmsweise doch etwas strapaziert sein sollte. Für diese Zwecke nimmt sie gewisse Teile des in der Auktion für eine neue Emission oder für eine Aufstockung ausgeschriebenen Betrages auf die eigenen Bücher.
Neben der permanenten Handelbarkeit der Bundespapiere ist die Ausführung der Kauf- und Verkaufsaufträge zu marktgerechten und damit fairen Preisen von gleichrangiger Bedeutung. Auch in dieser Hinsicht gibt es am europäischen Kapitalmarkt keine anderen festverzinslichen Wertpapiere, deren Preisqualität mit der der Bundestitel vergleichbar wäre. Dies ist vor allem auf die an der deutschen Terminbörse „Eurex“ gehandelten Terminkontrakte zurückzuführen, die sich auf Papiere des Bundes beziehen und für deren Belieferung ausschließlich deutsche Staatstitel akzeptiert werden. Als Basiswerte der Kontrakte dienen 2 , 5 , 10 und 30 jährige Bundeswertpapiere. Umsatzschwerpunkt ist der Kontrakt für zehnjährige Bundesanleihen, auf die auch im internationalen Sekundärmarkt der Löwenanteil entfällt.

[1] Die hier angeführten Auswertungen basieren auf den Sekundärmarktdatenerhebungen der Finanzagentur über die Bietergruppe Bundesemissionen. Erfasst wurden die Handelsvolumina und Nettopositionen (ohne Primärmarktplatzierungen inklusive elektronische Handelsplattformen) in den neuen Finanzierungsinstrumenten und den klassischen Bundeswertpapieren (Bubills, Schätze, Bobls, Bunds) ohne Umsätze in den Instrumenten Kapital- oder Kupon-Strips. Ebenfalls ausgenommen sind die als Corporates, Retail und Other klassifizierten Institutionen sowie Handelsgeschäfte der Finanzagentur.
