Sekundärmarktstruktur

Regelmäßige Sekundärmarktdatenerhebungen bei den Mitgliedern der Bietergruppe gewähren der Finanzagentur sowie den beteiligten Bieterbanken einen indikativen Einblick in den Markt für Bundeswertpapiere.

Die von den Bieterbanken gemeldeten Umsätze in Bundeswertpapieren liefern einen Einblick in die Struktur des Sekundärmarkts der Bundeswertpapiere.

Im Rahmen dieser Erfassung meldet ein repräsentativer Teil der Mitglieder der Bietergruppe auf freiwilliger Basis seine Handelsgeschäfte in Bundeswertpapieren (Bubills, Schätze, Bobls, Bunds und Inflationsindexierte) – kategorisiert nach gehandeltem Bundeswertpapier-Typ, nach Region und Institutionsform des Handelspartners. Anhand der Handelsvolumina und Nettopositionen lassen sich daraus grobe Strukturen des Sekundärmarktgeschäfts erkennen.

Bei der Ermittlung des (Brutto-)Handelsvolumens werden Kauf- und Verkaufsvolumina der Bieterbanken addiert. Die Nettohandelsvolumina ergeben sich als Saldo aus ihren Verkäufen abzüglich ihrer Käufe.

Nettopositionen beschreiben dabei die nach Saldo aus Verkäufen und Käufen eingenommene Position der berichtenden Bieterbanken innerhalb einer Kategorie. So entspricht bspw. eine Nettoposition von - 22 Mrd. € ggü. Brokern einer um 22 Mrd. € höheren Summe von Käufen der Bieterbanken bei Brokern als Verkäufen an Broker. Die hier veröffentlichten Handelsdaten sind vorläufig, da verspätete Nachmeldungen zu Korrekturen führen können.

Handelsvolumina im Jahresvergleich 2016 vs. 2015

Mrd. €20152016
(Brutto-)Handelsvolumen4.7154.294
Netto-Handelsvolumen138,7146,7

Das (Brutto-)Handelsvolumen lag 2016 rund 9 % niedriger als 2015. Dank eines ungewöhnlich handelsstarken vierten Quartals konnte im zweiten Halbjahr 2016 ein ähnliches Umsatzniveau wie im ersten Halbjahr erreicht werden.

Insgesamt wurden 2016 Bundeswertpapiere im Volumen von netto rund 147 Mrd. € abgesetzt – nach rund 139 Mrd. € 2015 und 129 Mrd. € 2014. Das Niveau dieser Nettoabsätze wird unter anderem von der Höhe der Emissionsvolumina der Bundeswertpapiere im jeweiligen Zeitraum beeinflusst.

Finanzierungsinstrumente 2016

Handelsvolumen - Instrumente

Untergliedert nach Wertpapierarten bestätigte sich 2016 der schon im Halbjahresvergleich zu erkennende Trend: Die Umsätze mit kurz und besonders lang laufenden Bundeswertpapieren nahmen 2016 zu, während mittlere Laufzeiten weniger aktiv gehandelt  wurden. So stieg der Anteil des Handelsvolumens mit Unverzinslichen Schatzanweisungen (Bubill) und Bundesschatzanweisungen (Schatz) 2016 um jeweils 0,5 Prozentpunkte. Der Handel mit den 2016 in höherem Volumen emittierten 30-jährigen Bundesanleihen (Bund 30) stieg um 1,5 Prozentpunkte. In anteilig fast gleichem Umfang ging dagegen der Handel mit zehnjährigen Bundesanleihen (Bund 10) zurück. Bundesobligationen (Bobl) wurden im Jahresvergleich um einen Prozentpunkt weniger gehandelt. Der Handelsanteil von inflationsindexierten Bundeswertpapieren (ILB) verharrte konstant bei rund 4 %.

Brutto-Handel (in Mrd. €)20152016
Bobl786674
Bubill108120
Bund102.7112.401
Bund30376408
ILB193175
Schatz541515

Netto-Handelsvolumen - Instrumente

Auch beim Nettohandel vollzog sich im Jahresvergleich die deutlichste Änderung bei den 30-jährigen Bundesanleihen (Bund30). Einhergehend mit einem um 50 % höheren Emissionsvolumen 2016 verdoppelten sich nahezu die Netto-Umsätze. Im Übrigen kam es kaum zu wesentlichen Abweichungen von den Vorjahreswerten. Zuwächse beim Netto-Handelsvolumen verzeichneten auch 10-jährige Bundesanleihen (Bund10) und Unverzinsliche Schatzanweisungen (Bubills). Die deutlichsten Rückgänge ergaben sich bei Bundesobligationen (Bobl).

Netto-Handel (in Mrd. €)20152016
Bobl32,129,2
Bubill21,322,9
Bund1030,735,2
Bund306,913,4
ILB5,95,4
Schatz41,740,5

Regionen 2016

Handelsvolumen - Regionen

In der geografischen Verteilung nahm 2016 in absoluten Zahlen einzig der (Brutto-)Handel mit Kontrahenten aus Amerika zu. Anteilig gewann dieser, neben dem Handel mit der Eurozone, im Vergleich zu 2015 mehr als einen Prozentpunkt. Dagegen ging der Handel mit Asien und mit europäischen Kontrahenten außerhalb des Euro-Währungsraums um jeweils mehr als einen Prozentpunkt zurück. Aus letzterer Region, die insbesondere den Handel britischer Finanzinstitute umfasst, stammen seit Datenerhebung nach wie vor die mit Abstand wichtigsten Handelspartner. Auf anteilig unverändertem Niveau verlief der Handel mit arabischen und afrikanischen Kontrahenten.

Brutto-Handel (in Mrd. €)20152016
Afrika22
Amerika485504
Arabische Liga1916
Asien376281
Eurozone1.1341.089
übriges Europa2.6992.401

Netto-Handelsvolumen - Regionen

Trotz Umkehr der hohen Nettoverkäufe 2015 auf ein relativ geringes Niveau von Nettokäufen 2016, schafft es Asien auch das dritte Jahr in Folge nicht zurück unter die bedeutendsten Nettokäufer-Regionen. Dort befinden sich 'traditionell' Kontrahenten aus dem übrigen Europa, die 2016 jedoch netto nur halb so viel wie noch 2015 erwarben. Dagegen blieben die Nettokäufe aus der Eurozone mit 89 Mrd. € nahezu konstant und markierten den zweithöchsten Wert der letzten 10 Jahre. Der Nettohandelssaldo mit Amerika blieb nach -16 Mrd. € 2015 auch in 2016 mit - 13 Mrd. € negativ. Von Ländern der Arabischen Liga wurden 2016 die niedrigsten Nettokäufe seit Datenerhebung getätigt.

Netto-Handel (in Mrd. €)20152016
Afrika0,4-0,6
Amerika-16,4-13,0
Arabische Liga2,90,5
Asien-59,41,9
Eurozone88,889,1
übriges Europa122,568,9

Institutionen 2016

Handelsvolumen - Institutionen

In absoluten Zahlen ergeben sich (Brutto-)Handelszuwächse mit Hedge- und Pensionsfonds - mit allen übrigen Kontrahenten wurde 2016 weniger als im Vorjahr gehandelt. Der Anteil am Handel mit Bundeswertpapieren durch Hedgefonds stieg um fast drei Prozentpunkte auf ein Rekordniveau von 8 %, der Anteil der Asset Manager vergrößerte sich um fast einen Prozentpunkt auf 23 %. Dagegen sank der Handelsanteil von Banken am deutlichsten um mehr als zwei Prozentpunkte auf rund 21 %. In absoluten Zahlen erreichten diese, wie auch die Versicherungen, 2016 die geringsten Umsatzniveaus seit Datenerhebung.

Brutto-Handel (in Mrd. €)20152016
Asset Manager1.056988
Banken1.107892
Broker1.4471.337
Hedgefonds247330
Pensionsfonds4655
Sonstige11079
Versicherungen3935
Zentralbanken663579

Netto-Handelsvolumen - Institutionen

Die bereits seit 2006 fast durchgängig die Nachfrage dominierenden Zentralbanken traten auch 2016 als mit Abstand bedeutendster Nettokäufer auf. Ihr Saldo von 87 Mrd. € in 2015 vergrößerte sich dank des Staatsanleiheankaufprogramms der EZB sowie der Nachfrage von Zentralbanken aus dem übrigen Europa um fast 60 % auf mehr als 138 Mrd. €. Es folgen Banken mit einem ggü. 2015 um rund 30 % niedrigeren Nettokaufvolumen von 26 Mrd. € und Sonstige mit 11 Mrd. €. Die traditionell ebenfalls nachfragestarken Asset Manager traten mit -3 Mrd. € 2016 erstmals in der Statistik als Nettoverkäufer auf, nach Nettokäufen von fast 23 Mrd. € in 2015. Hedgefonds führten 2016 mit -11 Mrd. € die höchsten Nettoverkäufe seit Datenerhebung aus.

Netto-Handel (in Mrd. €)20152016
Asset Manager22,9-3,0
Banken37,226,2
Broker-9,0-15,4
Hedgefonds-1,7-11,0
Pensionsfonds2,30,3
Sonstige-0,510,9
Versicherungen0,50,4
Zentralbanken87,0138,4