Sekundärmarktaktivitäten Finanzagentur

Grundlage

Die Höhe der Eigenbestände regelt § 2 Abs. 5 Haushaltsgesetz für Kreditermächtigungen: In Höhe von jährlich maximal 5% des Nominalbetrages der umlaufenden Bundesanleihen, Bundesobligationen, Bundesschatzanweisungen und Unverzinslichen Schatzanweisungen dürfen derzeit Kredite zur Finanzierung von Ankäufen „im Wege der Marktpflege“ aufgenommen werden.

Ausgangspunkt

Der Bund hält bei jeder Auktion eine Marktpflegequote zurück, die im Anschluss an die Tender nach und nach in den Markt abgegeben wird. Die Höhe der Marktpflegequote fällt von Tender zu Tender sehr unterschiedlich aus. Seit 2005 lag die Marktpflegequote im Durchschnitt bei etwa 18% des Emissionsvolumens (per Ende 2008, inklusive Geldmarktpapiere und inflationsindexierte Bundestitel).  

Ausführung

Der Bund nutzt für seine Sekundärmarktaktivitäten zum einen elektronische Handelsplattformen und zum anderen die deutschen Börsen. Dabei besteht die Möglichkeit im Kassa-Handel Eigenbestände abzuverkaufen oder Kaufoperationen im Rahmen der Liquiditätsplanung des Bundes durchzuführen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Interbankenhandel und dort auf der Unterstützung der Aktivitäten der Market Maker. Mit dieser Dienstleistung des Emittenten wird Mitgliedern der „Bietergruppe Bundesemissionen“ bei Bedarf die Möglichkeit gegeben, auch direkt mit dem Emittenten als Handelspartner Transaktionen in Bundeswertpapieren abzuschließen. Ergänzt werden die Kassageschäfte durch Wertpapier-Pensionsgeschäfte („Repos“) und die Wertpapierleihe. Entsprechende Geschäftsabschlüsse führt die Finanzagentur marktschonend und zu marktgerechten Preisen durch.

Auswirkungen

Mit eigenen Sekundärmarktaktivitäten unterstützt die Finanzagentur den reibungslosen Handel in Bundeswertpapieren. Durch die Teilnahme an den „Flows“ gewinnt die Agentur Einsicht in die aktuelle Marktlage der Titel. Spezielle Markt- und Preissituationen lassen sich aufgrund der direkten Präsenz durch die Finanzagentur besser verfolgen und beurteilen. Die Kombination der Kassa-Geschäfte mit dem Repo-Handel hat dabei einen besonders hohen Informationsgehalt, der auch in die Strukturierung des Emissionskalenders und die Tenderentscheidungen mit einfließen kann. Darüber hinaus bietet der Abverkauf der Marktpflegequote im Sekundärmarkt dem Bund die Möglichkeit, seine Finanzierungsaktivitäten zeitlich besser zu diversifizieren, wodurch ein Beitrag zur Senkung der Finanzierungskosten für den Bund entsteht. Durch die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl internationaler Geschäftsbanken trägt die Nutzung des eigenen Bestandes an Bundeswertpapieren indirekt zu einer marktgerechten Preisfindung und erfolgreichen Primärmarktplatzierungen bei.